Im November 2025 zeigten sich die Zinsen fĂŒr Baufinanzierungen im Euroraum weitgehend stabil, mit geringfĂŒgigen Schwankungen je nach Finanzierungsinstitut, oft im Bereich um 3,5 Prozent bis 4,2 Prozent fĂŒr bspw. zehnjĂ€hrige Zinsfestschreibungen. Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) hielt an ihrem Zinspause-Kurs fest. Es wird eine SeitwĂ€rtsbewegung erwartet, da die Inflationsrate sinkt, wĂ€hrend hohe Staatsverschuldungen langfristig auf die Zinsen drĂŒcken. Die FinanzmĂ€rkte gehen kurzfristig von stabilen Konditionen aus. Langfristig besteht jedoch Potenzial fĂŒr steigende Zinsen aufgrund der hohen Staatsverschuldung, was die Renditen fĂŒr Bundesanleihen beeinflusst.
Die Realwirtschaft und der Kapitalmarkt gehen getrennte Wege
In Washington herrscht Verwaltungsstillstand, in Paris geben sich die Regierungen die Klinke in die Hand, und in Deutschland will die Wirtschaft auch nach dreijĂ€hriger Malaise nicht in Gang kommen. Derweil eilen die AktienmĂ€rkte von Rekord zu Rekord. Viele Beobachter reiben sich verwundert die Augen. Als ErklĂ€rung muss die KI-Phantasie herhalten. Manch Ă€lterer Marktteilnehmer fĂŒhlt sich an das Platzen des âNew Economyâ-Booms im Jahre 2000 erinnert. Die heutigen Bewertungen speziell des US-Aktienmarktes haben damalige GröĂenordnungen wieder erreicht. Zumindest im Handelskonflikt zwischen den USA und China standen die Zeichen zuletzt auf Entspannung.

Die EuropÀische Zentralbank (EZB) bestÀtigte am 30. Oktober 2025 ihre Zinspause und hÀlt die Leitzinsen unverÀndert, so wie es von Fachleuten einhellig erwartet worden war. Die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) hat am 29. Oktober 2025 hingegen die Zinsen erneut gesenkt, kÀmpft aber mit politischem Druck durch Donald Trump. Keine Panik in Deutschland: Die Bauzinsen im Oktober sind erneut gesunken oder zumindest stabil geblieben.
Die Kerninflation bleibt hartnÀckig
Der Gesamt-PMI kletterte im Oktober robust von 51,2 auf 52,5 Punkte weiter in die Expansionszone. Der Index der Industrie stieg leicht von 49,8 auf 50,0 Punkte, der PMI der Dienstleistungen sprang von 51,2 auf 53,0 Punkte. In Deutschland verfehlte der Industrie-PMI jedoch erneut knapp die RĂŒckkehr in die Expansionszone. Die Inflationsrate sank im Oktober erwartungsgemÀà von 2,2 auf 2,1 Prozent, die Kernrate verharrte entgegen der Erwartung eines leichten RĂŒckgangs bei 2,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote verharrte im September bei 6,3 Prozent.
EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde sowie eine Vielzahl weiterer Mitglieder des EZB Rates betonten erneut mehrfach, dass die EZB âgut aufgestelltâ sei und die Inflations- und konjunkturelle Entwicklung in Ruhe beobachten könne. Der Zinssenkungszyklus dĂŒrfte an seinem Ende angelangt sein. Eine Senkung bis zum Jahresende ist an den SwapmĂ€rkten komplett ausgepreist und ein weiterer Zinsschritt bis Ende 2026 mit 30Prozent Wahrscheinlichkeit gepreist. Nach einem RĂŒcksetzer bis auf 2,52 Prozent Mitte Oktober zogen die Renditen der zehnjĂ€hrigen Bundesanleihen zuletzt wieder an, und zwar bis auf 2,72 Prozent Mitte November 2025.
Was tut sich am Zinsmarkt?
Der Herbst bringt nicht nur frische Luft, sondern auch frischen Wind am Zinsmarkt: WĂ€hrend die EuropĂ€ische Zentralbank ihren Leitzins zuletzt stabil gehalten hat, bleibt die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen im Jahr 2026 bestehen. Die Inflation in der Eurozone geht langsam zurĂŒck â was grundsĂ€tzlich einen Spielraum fĂŒr sinkende Zinsen schaffen könnte. Doch Bauzinsen machen ihr eigenes Ding. Denn: Sie orientieren sich nicht am EZB-Leitzins, sondern an den langfristigen Renditen am Kapitalmarkt. Und diese schwanken derzeit stark â getrieben von geopolitischen Unsicherheiten, Haushaltsdebatten in den USA und einer anhaltend robusten US-Konjunktur.
Was bedeutet das fĂŒr Baufinanzierungsinteressenten? Die Finanzierungsinstitute kalkulieren vorsichtig und kalkulieren mögliche Risiken ein. Das hĂ€lt die Bauzinsen zwar ĂŒber dem Leitzins â aber die Talsohle scheint erreicht. Mit dem richtigen Angebot und Timing kannst man jetzt solide Finanzierungen sichern â vor allem bei 20 Jahren Laufzeit kann es attraktiv sein.
Konjunktur befindet sich in Warteposition
Das deutsche BIP hat im dritten Quartal stagniert. Die US-Zölle haben sich auf den Export niedergeschlagen und auch der private Konsum schwĂ€chelte. Die Investitionen sind ging dagegen wieder gestiegen. Noch hat der Aufschwung nicht abgehoben, die deutsche Wirtschaft dĂŒrfte aber inzwischen auf die erste Warteposition vorgerĂŒckt sein und die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal wieder etwas zulegen. Nach einer Rezession in den beiden Vorjahren wird das deutsche BIP in diesem Jahr geringfĂŒgig expandieren. Getrieben von steigenden Staatsausgaben ist 2026 dann eine deutliche Beschleunigung wahrscheinlich. Die KfW-Wachstumsprognosen fĂŒr 2025 und 2026 bleiben unverĂ€ndert bei +0,2 Prozent und +1,5 Prozent.
Die Wirtschaft im Euroraum wĂ€chst trotz der seit dem FrĂŒhjahr 2025 geltenden Handelshemmnisse robust. Daher wurde die Prognose fĂŒr 2025 um 0,2 Prozentpunkte nach oben auf 1,4 Prozent angepasst. Auch zum Jahresende dĂŒrfte ein Einbruch ausbleiben, sodass die Wirtschaft mit Schwung ins nĂ€chste Jahr starten kann. FĂŒr 2026 ebenfalls mit einem leicht höheren Wachstum von 1,3 Prozent (+0,2 Prozentpunkte) gerechnet werden.
Seit dem Sommer steigen die Verbraucherpreise auch aufgrund einer Beschleunigung der Dienstleistungsinflation wieder etwas schneller, bleiben aber nahe am EZB-Ziel von 2 Prozent. GĂŒnstige Energiepreise dĂ€mpfen die Preisentwicklung 2026 â insbesondere zu Jahresbeginn. Die Inflationsprognosen fĂŒr 2025 wurden leicht auf 2,1 Prozent (Eurozone) und 2,2 Prozent (Deutschland) angehoben, fĂŒr das Jahr 2026 bleiben sie unverĂ€ndert.
WĂ€hrend der US-Protektionismus und der in den vergangenen Jahren erlittene Verlust an WettbewerbsfĂ€higkeit die Wachstumsaussichten belasten, sind die Perspektiven fĂŒr die Binnennachfrage durch die geplante massive Ausweitung der Staatsausgaben â nicht nur fĂŒr Infrastrukturinvestitionen und Verteidigung â gut. In der gesamtstaatlichen Haushaltsplanung ist von 2025 auf 2026 eine erhebliche Ausweitung des strukturellen PrimĂ€rdefizit um 1,2 bis 1.5 Prozent des BIP vorgesehen, was unabhĂ€ngig von der Art der Fiskalexpansion und selbst bei einem unvollstĂ€ndigen Mittelabfluss zu einem deutlichen Wachstumsschub fĂŒhren wird.
Die seit 2024 erfolgte Leitzinssenkung der EZB wirkt leicht positiv auf die Konjunktur
Noch hat der Aufschwung nicht abgehoben und die deutsche Wirtschaft dĂŒrfte aber inzwischen auf die erste Warteposition vorgerĂŒckt sein. Der Einkaufsmanagerindex deutet an, dass die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal wieder zulegt â auch wenn die FrĂŒhindikatoren in der Gesamtschau kein eindeutig positives Bild von der Konjunkturlage zeichnen. Nach zwei Jahren der Rezession kann im Gesamtjahr 2025 immerhin mit einem leichten Wachstum von +0,2 Prozent gerechnet werden.
Im Jahr 2026 erwarten Zinsexperten dann ein signifikantes Wachstum in GröĂenordnung von 1,5 Prozent, d. h., die Experten behalten beide Prognosen unverĂ€ndert bei. Abgesehen von Konjunkturtreibern â wie dem fiskalpolitischen Impuls â wird das Wachstum im nĂ€chsten Jahr durch ungewöhnlich viele Arbeitstage angetrieben. Der Kalendereffekt allein erklĂ€rt 0,3 Prozentpunkte des von uns erwarteten BIP-Anstiegs.
Baufinanzierungszinsen im November 2025 im Vergleich zum Vormonat
FĂŒr Immobilienfinanzierer stellt der November eher gute Nachrichten zur VerfĂŒgung, denn die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen ging teils wieder nach unten oder blieb unverĂ€ndert. Nach dem leichten RĂŒckgang der Baufinanzierungskonditionen im Vormonat, ist dieser Trend weiter vorhanden und es gibt abhĂ€ngig der Zinsfestschreibungszeit leicht fallende, bzw. gleich bleibende Zinskonditionen. Die Sollzinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 5 Jahren sind dabei auf 3,41 Prozent (Vormonat: 3,46 Prozent) nach unten gegangen. Sie liegen damit nun weiter ĂŒber den Zinsen fĂŒr Kredite mit einer Zinsbindung von 10 Jahren, die mit 3,39 Prozent (Vormonat: 3,39 Prozent) gleich blieben.
Die Zinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 15 Jahren folgten dem bisherigen Trend gleichbleibender Konditionen und blieben bei 3,77 Prozent (Vormonat: 3,77 Prozent). Die Baudarlehen mit einer Zinsbindung von 20 Jahren konnten sich AbwĂ€rtstrend gegenĂŒber dem Vormonatsniveau anschlieĂen und liegen aktuell weiterhin bei einem Zinssatz von 3,88 Prozent (Vormonat: 3,90 Prozent).
Nutzen Sie meine Forward-Strategie, um bei MarktverÀnderungen schnell reagieren zu können. Die Forward-Darlehen-Strategie
Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: schwankend seitwÀrts
mittelfristig: schwankend seitwÀrts
langfristig: schwankend seitwÀrts

Externe Quellen:
- KfW Bank
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