Das 1. Quartal 2026 zeichnete sich durch einen Bruch aus. Es war ein geteiltes Quartal. Der erste Teil dauerte bis zum 27. Februar 2026 an. Die Intervention der USA in Venezuela Anfang Januar steckten MĂ€rkte und Wirtschaft noch âsportlichâ weg. Mit dem dann am 28. Februar 2026 folgenden Irankrieg, einem exogenen, nicht endogenen Impakt, ergaben sich völlig neue EinflussgröĂen fĂŒr die Realwirtschaft und die FinanzmĂ€rkte.
Bis zum 27. Februar war die Risikobereitschaft an den FinanzmĂ€rkten (Allzeithochs im Januar bei DAX und S&P, Nikkei im Februar) und die Zuversicht in der Realwirtschaft, messbar an Sentiment-Indikatoren, ausgeprĂ€gt. Mit dem Beginn des Irankriegs und der FehleinschĂ€tzung der USA und Israels ob des Verlaufs der militĂ€rischen Auseinandersetzung, die andauert und deren Ende zum aktuellen Zeitpunkt mit Hoffnungswerten (2 â 3 Wochen) verbunden ist, wichen Risikobereitschaft und Zuversicht Risikoaversion an den MĂ€rkten und Pessimismus und Sorge in der Wirtschaft.
Das 1. Quartal 2026 startete verheiĂungsvoll und die Iran-Intervention sorgte fĂŒr eine Kehrtwende
Der Irankrieg stellt die Versorgung der Weltwirtschaft mit Energie, DĂŒngemitteln (WelternĂ€hrungssituation) und Helium (essentiell fĂŒr Chip-Produktion) infrage. Die aktuellen und potentiellen WirkungskanĂ€le dieses Kriegs sind global ungleich ausgeprĂ€gter als die des Ukrainekriegs. In der Folge dominierte seit dem 28. Februar an MĂ€rkten LiquiditĂ€tsprĂ€ferenz, unter der alle Anlageklassen (ex Bitcoin) litten, und in der Wirtschaft weit ĂŒberwiegend (ex MilitĂ€r) Investitionsaversion.
Der Ukrainekrieg stand in Folge des Irankriegs weniger im Mittelpunkt. Gleichwohl setzt er sich unvermindert fort. Die gegenseitige Zerstörung der Energieinfrastruktur belastet im Kontext des Irankriegs stÀrker ob der Frage der globalen Energieversorgungssicherheit als auch der Energiepreise und deren Folgen (Inflation/Zinsen).
Am Ultimo des Quartals lieferte US-PrĂ€sident Trump entlastende Akzente, die sich an den FinanzmĂ€rkten zunĂ€chst positiv zum Quartalsende auswirkten. Trump kĂŒndigte einen baldigen Abzug der USA aus dem Iran an. Der Abzug könne innerhalb von zwei bis drei Wochen erfolgen. Es habe bereits einen Regimewechsel gegeben. Möglicherweise könne vorher noch eine Vereinbarung getroffen werden. Der Iran mĂŒsse jedoch kein Abkommen schlieĂen, damit die USA ihren Krieg beenden.
Auch in den Vorquartalen stellte die Geopolitik einen Belastungsfaktor fĂŒr die Weltwirtschaft und die FinanzmĂ€rkte dar
Die jetzige QualitĂ€t ist jedoch ungleich bedrohlicher. Die jĂŒngsten Aussagen Trumps setzten zum Quartalsende positive Hoffnungswerte. Als Konsequenz dieser Gemengelage ergaben sich fĂŒr alle Anlageklassen ex Bitcoin (SchwĂ€che zuvor) nach dem 27. Februar Kursverluste. Insbesondere die nicht korrelierte Anlageklasse der Edelmetalle gab nach Rekorden zuvor (Gold und Silber, 28. Januar) markant nach. Im Quartalsvergleich kam es bei Gold dennoch zu einem Plus in Höhe von 8,13 Prozent und bei Silber in Höhe von 4,97 Prozent. Dagegen verlor Bitcoin als nicht korrelierte Anlageklasse im Quartalsvergleich 22,08 Prozent.
Der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) erhöhte die globale Wachstumsprognose vor dem Irankrieg im World Economic Outlook per Januar 2026 fĂŒr das Jahr 2026 von bisher 3,1 Prozent auf 3,3 Prozent. FĂŒr die IndustrielĂ€nder wurde die Prognose per 2025 um 0,2 Prozent auf 1,8 Prozent hochgesetzt, fĂŒr den Globalen SĂŒden lag die Revision bei 0,2 Prozent auf 4,2 Prozent. Innerhalb der Industrienationen wurde die BIP-Prognose fĂŒr die USA um 0,3 Prozent auf jetzt 2,4 Prozent erhöht.
FĂŒr die Eurozone ging es um 0,1 Prozent auf 1,3 Prozent nach oben. Die deutsche BIP-Prognose erfuhr eine Anpassung um 0,2 Prozent auf jetzt 1,1 Prozent Wachstum per 2026. Die IWF-Prognose per 2027 war gegenĂŒber der Prognose im Oktober global unverĂ€ndert. Das Welt-BIP soll um 3,2 Prozent zulegen. WĂ€hrend Industrienationen ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent erreichen sollen, werde das BIP-Wachstum des Globalen SĂŒdens sich auf 4,1 Prozent stellen.
Einkaufsmanagerindices haben noch positives Bild
Unter Zugrundelegung der aktuellen Einkaufsmanagerindices (Sentiment-Indikatoren, FrĂŒhindikatoren, Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte) als BewertungsmaĂstab ergibt sich in der westlichen Welt zum Ende des 1. Quartals 2026 ein positives, aber weniger dynamisches Gesamtbild als vor dem Beginn des Irankriegs. Japan fĂŒhrt mit 52,5 Punkten im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index) bezĂŒglich der westlichen Industrienationen oder Industrieregionen, gefolgt von den USA mit 51,4 ZĂ€hlern vor dem UK mit 51,0 ZĂ€hlern und der Eurozone mit 50,5 Punkten. Unter den bedeutenden Wirtschaftsnationen der Welt rangiert Indien weiter auf dem ersten Rang mit 56,5 Punkten. Chinas Composite Index stellte sich auf 50,5 ZĂ€hler.
Die Inflationsentwicklungen lieferten im 1. Quartal 2026 mit dem Ausbruch des Irankriegs weltweit ein ĂŒberwiegend kritischeres Bild. Entscheidend waren die anziehenden Energiepreise. Im Quartalsvergleich stieg der Ălpreis (Brent) von 61,74 USD auf in der Spitze mehr als 118 USD, um das Quartal bei 103,30 USD zu beschlieĂen (+67,31 Prozent). Bei den Erdgaspreisen ergab sich in Europa ein Anstieg um circa 80 Prozent im Quartalsvergleich, in den USA dagegen ein RĂŒckgang um knapp 22 Prozent.
Bei Industriemetallen stellte sich ein divergentes Bild der Preise ein
WÀhrend Kupferpreise im Quartalsvergleich auf USD-Basis um rund 3,3 Prozent sanken, kam es bei Nickel zu einem Anstieg auf USD-Basis um rund 0,6 Prozent. Bei Aluminium (energieintensive Produktion) kam es auf USD-Basis zu einem Plus in Höhe von circa 15,7 Prozent.
Das Bild bei Verbraucherpreisen ist unvollstĂ€ndig, da ĂŒberwiegend Daten fĂŒr MĂ€rz nicht verfĂŒgbar sind. Im MĂ€rz ergab sich bedingt durch Energiepreisanstiege eine grundsĂ€tzlich verschĂ€rfte Inflationslage. In der Eurozone kam es bei den Verbraucherpreisen seit Dezember 2025 ausgehend von 1,9 Prozent zu einem Anstieg auf 2,5 Prozent per MĂ€rz 2026 (vorlĂ€ufiger Wert). In den USA ergab sich ein RĂŒckgang von 2,7 Prozent auf 2,4 Prozent per Februar 2026 und in GroĂbritannien eine Reduktion von 3,2 Prozent auf 3,0 Prozent per Februar 2026.
In Japan gaben die Verbraucherpreise im Zeitfenster Dezember bis Februar von 2,1 Prozent auf 1,3 Prozent nach. Im 1. Quartal 2026 stellte sich bei den Verbraucherpreisen in China im Verlauf ausgehend von 0,8 Prozent im Dezember ein Anstieg auf 1,3 Prozent per Februar 2026 ein. In Indien, das grundsÀtzlich von höheren Inflationsraten geprÀgt ist, kam es zu einem Plus der Verbraucherpreise von 1,33 Prozent per Dezember auf 3,21 Prozent per Februar 2026.
Das 1. Quartal 2026 war bezĂŒglich der Zentralbankpolitik gekennzeichnet von einer abwartenden Haltung bezĂŒglich neuer ZinsmaĂnahmen. Mit dem Beginn des Irankriegs ergab sich seitens der Zentralbanken eine kritischere Haltung bezĂŒglich zukĂŒnftiger Zinssenkungserwartungen. Das Thema potentieller Zinserhöhungen wurde hoffĂ€hig.

Fazit zum 1. Quartal 2026
Die Weltwirtschaft verliert wegen der geopolitischen Krisenherde, allen voran des Irankriegs mit Energieversorgungs-, Inflations- als auch Zinsrisiken als Folge, aber auch wegen mangelnder Reformpolitik in Frankreich und Deutschland PotentialwachstumskrĂ€fte. HintergrĂŒndig wirkt die disruptive US-Zoll-, Sanktions- als auch Standortpolitik erodierend. Die IWF-BIP Prognosen sind diesbezĂŒglich anfĂ€llig fĂŒr negative Anpassungen. Ob ein globales Wachstumstempo ĂŒber 3 Prozent gehalten werden kann, ist offen.
Die KonjunkturverlĂ€ufe zwischen den WirtschaftsrĂ€umen des Westens und des Globalen SĂŒdens blieben und bleiben losgelöst von den aktuellen Krisenherden grundsĂ€tzlich pro Globalem SĂŒden ausgerichtet. WĂ€hrend sich der âGlobale SĂŒdenâ untereinander weiter globalisiert und organisiert, Effizienzen erhöht und Wachstumspotentiale generiert, lĂ€uft der âWestenâ, allen voran Europa, das Risiko durch Abgrenzungspolitik und zusĂ€tzlich durch die Akzeptanz des âUS-Zolldiktatsâ und Verweigerung ĂŒberfĂ€lliger Reformen unterproportional zu wachsen. Das bis Februar 2026 moderate Inflationsbild weicht einem Szenario verstĂ€rkter Preisanstiege. Damit ist das Thema Zinssenkungsszenarien zunĂ€chst abgeschlossen.
Die Perspektive: Geopolitische Risiken markant, MÀrkte und Wirtschaft nervös
Die von den USA und Israel ausgehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Turbulenzen durch den Irankrieg werden sich grundsĂ€tzlich auf die globale WirtschaftsaktivitĂ€t weiter belastend auswirken, selbst wenn es zu einem nahen Kriegsende kommen sollte, da wesentliche Teile der globalen Energieinfrastruktur zerstört sind. Gleichwohl bedeutete ein nahes Kriegsende, dass sich die Krisensituation entspannte und die SchĂ€den dann transparent wĂŒrden und der Wiederaufbau beginnen könnte. Die geopolitischen Risiken bleiben markant. Entsprechend wird NervositĂ€t in der Realwirtschaft und an MĂ€rkten weiter anhalten.
Vor diesem Hintergrund ist ein nachhaltiger Lastwechsel in Richtung verstĂ€rkten globalen Wachstums unwahrscheinlich, eine Verstetigung auf reduziertem Niveau jedoch möglich. Weitere von den USA ausgehende Turbulenzen sind im Rahmen der gewollten Disruption zur Neugestaltung des Welt-Organigramms zu Gunsten von US-Interessen latent möglich, aber hinsichtlich der aktuellen Erfahrung im Irankrieg zunĂ€chst weniger wahrscheinlich (Kuba). Ob das Thema FriedensbemĂŒhungen der USA in der Ukraine-Krise verstĂ€rkt wird, ist offen.
Im 1. Quartal 2026 drehte sich das milde globale Inflationsszenario und das daraus resultierende Potential fĂŒr Zinssenkungen im Monat MĂ€rz. Ein Kriegsende im Irankonflikt hĂ€tte das Potential, die positive Preisdynamik zu brechen, ohne jedoch den Status vor dem Irankrieg wiederherzustellen, da EngpĂ€sse in der globalen Energieversorgung moderiert, jedoch nicht eliminiert wĂŒrden. Das Thema Zinssenkungen steht im 2. Quartal 2026 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf der Agenda.
Die US-Politik unter PrÀsident Trump zeigte und zeigt in der US-Wirtschaft Wirkung
Durch die Reformen, die das Leistungspotential der Ăkonomie erhöhen, wirken sich die US-Disruptionen in einer relativen Betrachtung insbesondere gegenĂŒber Europa fortgesetzt zu Gunsten des US-Standorts aus. Der Blick auf Energiepreise (Gaspreise Europa +80 Prozent, USA -22 Prozent im Quartalsvergleich) und Energieversorgungssicherheit unterstreichen diesen Aspekt. Das US-Wachstum per 4. Quartal 2025 wurde im Rahmen der Revisionen am Ende auf 0,7 Prozent in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung angepasst. Damit ergibt sich fĂŒr das Gesamtjahr 2025 ein BIP-Anstieg um rund 2,1 Prozent.
Damit bleiben die USA das Land mit dem stÀrksten Wachstum im Vergleich der bedeutenden westlichen Industrienationen. Die Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich per Februar um 1,44 Prozent nach 2,33 Prozent per Januar. Die EinzelhandelsumsÀtze verzeichneten per Februar einen Anstieg um 3,71 Prozent. Die lange Zeit in Rezession befindliche US-Immobilienwirtschaft bleibt im Krisenmodus insbesondere durch die Zinssteigerungen am Kapitalmarkt im letzten Berichtsmonat. Der NAHB Housing Market Index stand per MÀrz 2026 mit 38 Punkten weiter deutlich im kontraktiven Bereich.
Deutschland und Frankreich waren mangels umfassender Reformpolitik im 1. Quartal 2026 Belastungsfaktoren in der Eurozone. In Frankreich bleibt die Situation kritisch, da die Minderheitsregierung keine Möglichkeiten hat, nachhaltige Reformpolitik zu etablieren. Die deutsche Regierung bewegt sich zwischen WortbrĂŒchen und ReformankĂŒndigungen, ohne bisher ausreichend belastbare Inhalte zu produzieren, und hat laut Meinungsumfragen das Vertrauen der Bevölkerung, aber auch groĂer Teile der Wirtschaft verloren.
Ehemalige ProblemlÀnder nun Stabilisatoren
Die ehemaligen ProblemlÀnder, allen voran Spanien, Portugal, Irland und Griechenland, sind dank der Reformen die Stabilisatoren der Eurozone. Ihre Kraft und ihr Einfluss reichen jedoch nicht aus, das Blatt der Eurozone nachhaltig zu wenden. Das Risiko, dass Deutschland und Frankreich die EU und Eurozone im relativen Vergleich zu anderen WirtschaftsrÀumen im 2. Quartal 2026 weiter nach unten ziehen, steht im Raum. Fehlende KonkurrenzfÀhigkeit Deutschlands und die Strukturkrise Frankreichs sind die belastenden Merkmale. Kontinentaleuropa (ex Schweiz) wird Verlierer innerhalb des Westens bleiben.
Indien liefert unverĂ€ndert in Asien die stĂ€rksten DatensĂ€tze, obwohl Indien durch den Irankrieg an Dynamik verlor. Die wirtschaftsfreundliche Grundausrichtung der Regierung Chinas stabilisiert den regionalen Ausblick im Hinblick auf die exogenen Herausforderungen. JĂŒngste DatensĂ€tze, ob Sentiment-Indikatoren (PMIs) oder harte Daten wie Industrieproduktion, Unternehmensgewinne und Einzelhandel zeigten positive Tendenzen oder waren zumindest widerstandsfĂ€hig. Weitere Zinssenkungen zur stĂ€rkeren Stimulanz sind im Hinblick auf den hohen positiven Realzins jederzeit möglich. Die Daten Chinas sollten vor diesem Hintergrund weiter von StabilitĂ€t mit positivem Grundton geprĂ€gt sein.
Weltkonjunktur verliert an Dynamik
Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung einer gedĂ€mpften, aber noch positiven Dynamik der Weltkonjunktur. Der Einkaufsmanagerindex (ErstschĂ€tzung MĂ€rz) signalisiert in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes fĂŒr die USA mit 52,4 Punkten (S&P Index) Expansion. Gleiches gilt fĂŒr den PMI der Eurozone mit 51,4 Punkten (Deutschland 51,7), fĂŒr Japan mit 51,4 ZĂ€hlern und fĂŒr das UK mit 51,4 ZĂ€hlern.
Die aktuell verfĂŒgbaren Werte der LĂ€nder des Globalen SĂŒdens fĂŒr diesen Sektor belegen fĂŒr Indien mit 53,8 ZĂ€hlern kommode Expansion und fĂŒr China mit 50,4 Punkten (Industrieproduktion +6,2 Prozent) moderates Wachstum. Russland verzeichnete mit 48,3 ZĂ€hlern (Industrieproduktion im Jahresvergleich -0,9 Prozent) Kontraktion. Gleiches gilt fĂŒr Brasilien mit 49,0 Punkten (Industrieproduktion +0,2 Prozent).
Der Dienstleistungssektor bewegte sich im 1. Quartal 2026 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung im Wachstumsmodus. GegenĂŒber dem Vorquartal kam es jedoch ex Japan (Wirtschaftspaket) zu AbschwĂ€chungen. Auch hier spielt der Einfluss der Geopolitik eine bedeutende Rolle, da das Verarbeitende Gewerbe Dienstleistungen in Anspruch nimmt.

Am Rentenmarkt zeichneten sich verstĂ€rkte Risiken ab, die zukĂŒnftig systemische Relevanz entwickeln können
Das gilt insbesondere fĂŒr die LĂ€nder mit hoher Staatsverschuldung. Die Rendite der 10-jĂ€hrigen Bundesanleihe bewegt sich auf den höchsten Niveaus seit 2011. In Frankreich ist es das höchste Renditeniveau seit 2009. Japan sticht mit dem höchsten Niveau seit 1997 ins Auge. Dagegen ist die Situation in den USA weniger problematisch. Dort handelt es sich um das höchste Renditeniveau seit FrĂŒhjahr 2025.
Nach vorne schauend werden bezĂŒglich der Renditen heterogene Entwicklungen dominieren, die das inflationĂ€re Bild, die Staatsdefizitsituation, die ReformfĂ€higkeit und das konjunkturelle Erwartungsbild spiegeln. DiesbezĂŒglich (Defizite, Wachstum, Reformmangel) sieht es insbesondere fĂŒr die RentenmĂ€rkte in Japan, in Frankreich und in GroĂbritannien perspektivisch kritisch aus. Der Industrierohstoffsektor hatte auf die Weltwirtschaft und die WeltfinanzmĂ€rkte insbesondere bezĂŒglich der Energiepreise belastende Auswirkungen. Ălpreise legten massiv zu (Brent +67 Prozent), Gaspreise ex USA (-22 Prozent) zogen in Europa (+80 Prozent) und global markant an.
Die Industriemetallpreise lieferten ein durchwachsenes Bild
Im Sektor der Agrarrohstoffe gab es keine klare Richtung: Weizen +8,2 Prozent, Kaffee -16,5 Prozent, Orangensaft -5,9 Prozent, Zucker +6,7 Prozent und Kakao (-41,5 Prozent). Losgelöst von der rĂŒckwĂ€rtigen Betrachtung bei Agrarrohstoffen ist das Risiko steigender Agrarpreise virulent, da die Preise fĂŒr das bedeutende DĂŒngemittel Urea (Golfstaaten maĂgebliche Produzenten) massiv gestiegen sind. Seit dem 27. Februar legten die Preise pro Tonne von 466 USD auf aktuell 693 USD zu. Diese Verwerfung wirkt auf zukĂŒnftige Agrarpreise.
Sowohl die Entwicklung der Weltwirtschaft als auch die der FinanzmĂ€rkte hĂ€ngt mehr denn je an der internationalen Politik. Der entscheidende Katalysator fĂŒr die Zukunft ist die Frage, wie es im Irankonflikt weiter geht. Im ungĂŒnstigsten Fall einer weiteren Eskalation steht Weltrezession, Welthunger und globale Verarmung auf der Agenda. Im gĂŒnstigsten Fall kommt es zu einer Stabilisierung und Bodenbildung.
Im relativen Vergleich stehen die USA, Russland und China bezĂŒglich der Themen Energie, Autarkie, Rahmendaten und direkte als auch indirekte Folgen des Irankriegs (u.a. Migration) am besten da. Europas EnergieabhĂ€ngigkeit und das hiesige Energiepreisniveau als auch die ReformschwĂ€che Frankreichs und Deutschlands gekoppelt mit langjĂ€hriger Politik gegen und nicht fĂŒr die Wirtschaft (EU-Regulierungen) machen Kontinentaleuropa fortgesetzt sehr vulnerabel.
Der Finanzmarkt und die Wirtschaft – Irankrieg löst unsichere Konjunkturphase aus
An den FinanzmÀrkten ergaben sich im Winterquartal 2026 starke Neubewertungen. Der positive Modus hielt bis zum 27. Februar 2026, dann wechselte der Modus hin zu Risikoaversion und LiquiditÀtsprÀferenz als Folge des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran und den sich daraus ergebenden globalen Versorgungsrisiken. Alle anderen Themen verloren ob dieser Krise an Relevanz.
Die stabile bis freundliche globale Konjunkturlage mÀanderte in eine unsichere Konjunkturphase. Hoffnungen auf zeitnahe Zinssenkungen schmolzen wie Schnee in der Sonne. Zinserhöhungsphantasien griffen Raum.
AktienmÀrkte: AktienmÀrkte zunÀchst freundlich, ab 27. Februar 2026 dann Abverkauf im Quartalsverlauf Q1-2026
Das Winterquartal war an den AktienmĂ€rkten zweigeteilt. Bis zum 27. Februar fielen Rekorde, unter anderem bei dem DAX Index, dem S&P 500 oder dem Nikkei-Index. Bereits ab Ende Januar standen Tech- und AI-Werte unter Druck. Die âTech- und AI Storyâ wurde in Frage gestellt. Mit dem Beginn des Irankriegs brachen die AktienmĂ€rkte dann ein, um Ende MĂ€rz leichte Erholungstendenzen zu zeigen. Der MSCI-World Index verlor im Quartalsvergleich 3,88 Prozent. Der DAX gab um 7,39 Prozent nach.
Der EuroStoxx 50 verlor lediglich 2,60 Prozent. US-MÀrkte standen unter Verkaufsdruck. So verzeichnete der S&P 500 ein Minus in Höhe von 4,63 Prozent. Der US-Tech 100 fiel um 6,79 Prozent.
Positiv stach der NIKKEI 225 Index Japans mit einem Plus in Höhe von 1,11 Prozent im Quartalsvergleich ins Auge. In Asien verlor der indische Sensex Index mit 15,57 Prozent am stÀrksten, gefolgt vom CSI-Index Chinas mit -3,88 Prozent und dem Hang Seng-Index (Hongkong) mit -3,29 Prozent.

Teile der Grundlagen fĂŒr freundliche AktienmĂ€rkte sind erodiert. Das Thema Zinssenkungen als positiver Katalysator ist entfallen. Im Gegenteil jetzt drohen potentiell Zinserhöhungen. Das Konjunkturbild hat sich eingetrĂŒbt. Damit fehlen unterstellte Skaleneffekte bezĂŒglich der ProfitabilitĂ€t der Unternehmen. Fehlende Energieversorgungssicherheit ex USA und ex Russland wirken hemmend. Zudem zerlegt die US-Politik die die Weltwirtschaft tragenden Organigramme fortgesetzt. Damit fehlt Planungssicherheit und Investitionssicherheit.
FĂŒr das FrĂŒhjahrsquartal liegt der Fokus auf der weiteren Entwicklung des Irankriegs und des dahinterstehenden Konflikts. Entspannung forciert nach der Neubewertung Chancen, Verspannung dagegen erneutes AbwĂ€rtspotential.
RentenmĂ€rkte: Renditeanstieg fĂŒr einige LĂ€nder zunehmend kritisch im Quartalsverlauf Q1-2026
Die RentenmĂ€rkte lieferten im 1. Quartal 2026 Renditeanstiege zwischen 0,14 Prozent (USA) und 0,45 Prozent (UK) bezĂŒglich der jeweiligen 10-jĂ€hrigen Staatsanleihen. Nur in China kam es zu einem RenditerĂŒckgang (0,05 Prozent). Die GrĂŒnde fĂŒr die Versteifung der Renditen sind vielfĂ€ltig. Einerseits haben sich seit Ende Februar die Inflationserwartungen abrupt versteift und Zinssenkungserwartungen platzten. Zudem erodiert das Vertrauen in die hoch verschuldeten LĂ€nder bezĂŒglich der Frage, ob diese LĂ€nder genĂŒgend Wirtschaftskraft haben, die SchuldentragfĂ€higkeit zu erhalten. Das gilt allen voran fĂŒr Japan (+0,27 Prozent, Staatsverschuldung 227 Prozent des BIP), fĂŒr Frankreich (+0,26 Prozent, Staatsverschuldung 120 Prozent) und GroĂbritannien (+0,45 Prozent, Staatsverschuldung 105 Prozent).
ZusĂ€tzlich spielt eine Rolle, dass die westliche AuĂenpolitik zu einer immer stĂ€rkeren Isolierung westlicher LĂ€nder gegenĂŒber den erfolgreichen LĂ€ndern des so genannten Globalen SĂŒdens fĂŒhrte und fĂŒhrt, aktuelle Handelsabkommen der EU hin oder her. Die Bereitschaft im Globalen SĂŒden, westliche LĂ€nder zu finanzieren, verblasst, da sich in den eigenen Reihen attraktive Möglichkeiten bieten. Quantifizieren lĂ€sst sich das beispielsweise daran, dass seit dem Beginn des Irankriegs Zentralbanken 90 Mrd. USD an US-Staatsanleihen verkauften.
Bei Fortsetzung oder sogar Eskalation des Irankriegs droht weiteres Ungemach an den RentenmÀrkten
FĂŒr LĂ€nder mit hoher Staatsverschuldung und ReformunfĂ€higkeit stellten sich systemische Fragen, die von den FinanzmĂ€rkten bisher nicht diskontiert wurden. Insbesondere LĂ€nder der Eurozone (Frankreich im Fokus) laufen erhöhte Gefahren, da die Eurozone kein homogener politischer Raum vergleichbar mit den USA ist. Entspannung in der Irankrise kann die Situation temporĂ€r entschĂ€rfen.

DevisenmĂ€rkte: âSafe Havenâ Status des USD erodiert, Gold und Silber stehlen die Show im Quartalsverlauf Q1-2026
Der Euro konnte im 1. Quartal 2026 die vorherige StĂ€rke gegenĂŒber dem USD nicht vollstĂ€ndig verteidigen. Der EUR verlor ĂŒberschaubar an Boden und bleibt ob der KonjunkturschwĂ€che, der Strukturdefizite und mangelnder Reformpolitik als auch Energierisiken weiter hoch bewertet. Die Resilienz des Euros war im 1. Quartal 2026 bemerkenswert. Belastende Daten und Fakten perlten ohne substantielle Wirkung ab.
Der sogenannte âSafe Havenâ Reflex, in Krisenzeiten Sicherheit im USD zu suchen, fiel im historischen Kontext bezĂŒglich des Irankriegs widerwillig und unterproportional aus. Ein ErklĂ€rungsansatz bietet die erodierende Akzeptanz des USD wegen des Risikos von Sanktionsregimen und der âGutsherrenartâ und Unberechenbarkeit der US-AuĂenpolitik. GegenĂŒber dem JPY, CHF und GBP waren die VerĂ€nderungen des EUR im Quartalsvergleich mit deutlich unter 1 Prozent eher kosmetischer Natur. Silber (+4,97 Prozent) und Gold (+8,13 Prozent) waren im 1. Quartal 2026 trotz des starken Abverkaufs im Zuge des Irankriegs erneut die Gewinner im Quartalsvergleich.
Edelmetalle steigen weiter und Krypto-Anlagen gehen weiter nach unten
Die Performance von Gold und Silber (âWĂ€hrungen ohne Fehl und Tadelâ) im relativen Vergleich zu den WĂ€hrungen kann als Ausdruck eines Vertrauensverlusts in das westliche Finanzsystem interpretiert werden. Der Anstieg im Quartalsvergleich belegt die Rolle als nicht korrelierte Anlageklasse.
Bitcoin war im 1. Quartal 2026 wie bereits im Vorquartal der groĂe Verlierer. Bitcoin ist keine âQuasi-WĂ€hrungâ, sondern als Krypto-Anlage eine Anlageklasse. Die FunktionalitĂ€t, als nicht korrelierte Anlageklasse in Krisenzeiten relative StabilitĂ€t zu gewĂ€hrleisten, war in den letzten sechs Monaten nicht gegeben.

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Externe Quellen:
- Netfonds AG
Geldanlagen im ersten Quartal 2026 als ePaper lesen
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