Blog Geldanlage-Quartalsbericht

Geldanlagen im 2. Quartal 2026 – Krisen hin oder her, Aktien reĂŒssieren, Öl, Gold, Silber und Bitcoin schwach

Kursschwankungen

Das 2. Quartal 2026 zeichnete sich durch einen unterschwelligen Optimismus an den FinanzmĂ€rkten aus. Er unterstellt, dass die stark belastenden Folgen des Irankriegs in den Sektoren Energie, ErnĂ€hrung (DĂŒnger) und Industrie (u.a. Helium, Aluminium) nur temporĂ€re PhĂ€nomene sein werden. Messbar war diese Haltung daran, dass belastende Nachrichtenlagen ob des Irankriegs nur kurzfristig Wirkung zeigten, positive Meldungen jedoch nachhaltiger diskontiert wurden. Die Eskalation des Ukrainekriegs im Laufe des 2. Quartals 2026 fand keine nennenswerte Bewertung.

In diesem Umfeld ergab sich eine im Verlauf zunehmende und solide Risikobereitschaft an den FinanzmĂ€rkten. Sie wurde insbesondere flankiert von fallenden Ölpreisen. Stand die Ölsorte Brent noch zu Beginn des Quartals bei 101 USD pro Fass, stellte sich im Verlauf unter Schwankungen ein RĂŒckgang auf rund 73 USD zum Abschluss des Quartals ein. Zum Ende des Quartals bewegten sich die Ölpreise unterhalb des Niveaus vor dem Beginn des Irankriegs (Ölsorte Brent 77 USD am 28. Februar 2026).

Line chart of Brent crude oil price since January 2026, rising to a mid-year peak and then declining (Reuters).

Entsprechend nahmen die Inflationssorgen im Verlauf des 2. Quartals ab

Zinserhöhungs- als auch Inflationserwartungen, beispielsweise im Rahmen der EZB-Umfrage, waren nach Anstiegen zuvor rĂŒcklĂ€ufig. In dem Kontext gaben Wirtschaftssorgen nach. Aufkeimende Konjunkturzuversicht bestimmte das Bild im Verlauf des Quartals. AktienmĂ€rkte ex Honkong legten zu. So stieg der MSCI World im Quartalsvergleich um mehr als 13 Prozent. Die Amplituden der Anstiege variierten stark. Der japanische Aktienmarkt brachte es auf mehr als 37 Prozent, der indische Markt konnte nur gut 6 Prozent zulegen, wogegen Hongkongs Hangseng Index um mehr als 7 Prozent nachgab. Die unterschiedlichen Amplituden reflektieren in Teilen die vor Ort getroffenen Wirtschaftsstrukturmaßnahmen. Dabei spielt die Fragestellung, welche Region oder welches Land an der 4. Industriellen Revolution partizipiert, mindestens unterschwellig eine Rolle.

Nicht korrelierte Anlageklassen verloren im Verlauf des Monats signifikant an Boden, allen voran Silber gefolgt von Gold und Bitcoin. Die AnleihemĂ€rkte waren ĂŒberwiegend leicht entspannt. Davon losgelöst bewegen sich die Renditen weiter auf hohen und systemisch riskanten Niveaus. Der World Economic Outlook des IWF, der in der ersten HĂ€lfte April veröffentlicht wurde, stand unter dem frischen Eindruck des Irankriegs.

Dennoch waren die negativen Anpassungen ob des globalen Wachstums ĂŒberschaubar

Die Erhöhung des Welt-BIP Prognose per Januar 2026 von 3,1 Prozent auf 3,3 Prozent wurde zurĂŒckgenommen. Ergo liegt die Prognose wieder bei 3,1 Prozent. Die Prognose fĂŒr die Industrienationen wurde seitens des IWF bei 1,8 Prozent beibehalten, dagegen wurde die Prognose fĂŒr den Globalen SĂŒden von 4,2 Prozent auf 3,9 Prozent reduziert, da dort die energetische AbhĂ€ngigkeit von den Golfstaaten und damit den Folgen des Irankriegs ausgeprĂ€gter ist.

Die Prognose der USA wurde um 0,1 Prozent auf 2,3 Prozent reduziert, die der Eurozone um 0,2 Prozent auf 1,1 Prozent und die Deutschlands um 0,3 Prozent auf 0,8 Prozent. Unter Zugrundelegung der aktuellen Einkaufsmanagerindices (Sentiment-Indikatoren, FrĂŒhindikatoren, Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte) als Bewertungsmaßstab ergibt sich in der westlichen Welt zum Ende des 2. Quartals 2026 ein heterogenes Gesamtbild.

Japan fĂŒhrt mit 52,5 Punkten im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index, vorlĂ€ufige Werte per Juni) bezĂŒglich der westlichen Industrienationen oder Industrieregionen, gefolgt von den USA mit 52,2 ZĂ€hlern. Anders sieht es in Europa aus. Der Index der Eurozone impliziert mit 49,5 Punkten Kontraktion der Wirtschaftsleistung, gleiches gilt fĂŒr das UK mit 49,4 ZĂ€hlern. Deutschland mit 48,0 Punkten als auch Frankreich mit 47,6 ZĂ€hlern stehen unter noch stĂ€rkerem Druck.  Unter den bedeutenden Wirtschaftsnationen der Welt rangiert Indien weiter auf dem ersten Rang mit 57,4 Punkten. Chinas Composite Index stellte sich auf 50,6 ZĂ€hler.

Die Inflationsentwicklungen lieferten im 2. Quartal 2026 in den ersten zwei Monaten zum Teil deutliche Anstiege

Das galt stĂ€rker fĂŒr die Erzeugerpreise als die Verbraucherpreise. Mit der Entspannung bei den Ölpreisen um circa 29 Prozent (Brent) stellte sich dann weit ĂŒberwiegend per Juni ein milderes Preisklima ein. Bei den Erdgaspreisen ergab sich in Europa ein RĂŒckgang (TTF) um circa 14 Prozent im Quartalsvergleich, in den USA dagegen ein Anstieg um rund 10 Prozent.

Bei Industriemetallen stellte sich ein uneinheitliches Bild der Preisentwicklungen ein. WĂ€hrend Kupferpreise im Quartalsvergleich auf USD-Basis um rund 8 Prozent zulegten, kam es bei Nickel zu einem RĂŒckgang auf USD-Basis um gut 4 Prozent. Bei Aluminium (energieintensive Produktion) kam es auf USD-Basis zu einem Minus in Höhe von circa 11 Prozent.

Das Bild bei Verbraucherpreisen ist unvollstĂ€ndig, da ĂŒberwiegend Daten fĂŒr Juni nicht verfĂŒgbar sind. Die Daten der Eurozone und Deutschlands per Juni wiesen in Richtung Entspannung im Einklang mit rĂŒcklĂ€ufigen Energiepreisen. Der RĂŒckgang in der Eurozone fiel stĂ€rker als erwartet aus. Gleiches gilt fĂŒr Deutschland.

Das 2. Quartal 2026 war bezĂŒglich der Zentralbankpolitik von unterschiedlichen AktivitĂ€ten geprĂ€gt. Im Verlauf des Quartals wurden die MĂ€rkte auf eine Zinserhöhung seitens der EZB vorbereitet, die dann auch mit einer Erhöhung um 0,25 Prozent im Juni geliefert wurde. Der Anlagezins liegt nun bei 2,25 Prozent. Ebenso wurde der Leitzins in Japan im Juni erwartungsgemĂ€ĂŸ um 0,25 Prozent auf jetzt 1,00 Prozent erhöht.

Dagegen nahmen die Bank of England (Leitzins 3,75 Prozent) als auch die Federal Reserve (Fed Funds Zielrate 3,50 Prozent – 3,75 Prozent) zunĂ€chst eine abwartende Haltung ein. Der neue Fed-Chef Warsh setzte unerwartete Akzente, indem er die „Forward Guidance“ (= „Vollkaskoversicherung“ fĂŒr Marktteilnehmer) einstellte und sich unerwartet stĂ€rker der StabilitĂ€tspolitik verpflichtet sieht.

Fazit zum 2. Quartal 2026

Die Weltwirtschaft verlor im Zuge des Irankriegs leicht an Dynamik, messbar an den Einkaufsmanagerindices fĂŒr die Gesamtwirtschaft. Die SchwĂ€che ist insbesondere in Europa messbar. Japan, China und die USA heben sich positiv ab. Das Thema 4. Industrielle Revolution (KI, Robotik) kommt immer stĂ€rker in den Fokus. Japan kĂŒndigte ein 2,3 Billionen schweres Investitionsprogramm bis 2040 an. SĂŒdkorea stellte ein 570 Mrd. USD-Programm auf.

Die USA sind bei dem Aufbau dieses Sektors dominant. Gleiches gilt fĂŒr China. Europa fĂ€llt ob des Wettbewerbs um ZukunftsfĂ€higkeit wegen verfehlter Energiepolitik und mangelnder Interessenorientiertheit deutlich zurĂŒck. Die KonjunkturverlĂ€ufe zwischen den WirtschaftsrĂ€umen des Westens und des Globalen SĂŒdens blieben und bleiben losgelöst von den aktuellen Krisenherden grundsĂ€tzlich pro Globalem SĂŒden ausgerichtet.

Weiter gilt: WĂ€hrend sich der „Globale SĂŒden“ untereinander fortgesetzt globalisiert und organisiert, Effizienzen erhöht und Wachstumspotentiale generiert, lĂ€uft der „Westen“, allen voran Europa, das Risiko durch Abgrenzungspolitik und zusĂ€tzlich durch die Akzeptanz des „US-Zolldiktats“ und Verweigerung ĂŒberfĂ€lliger Reformen unterproportional zu wachsen. Das bis Mai 2026 verschĂ€rfte Inflationsbild weicht einem Szenario verminderter Preisanstiege. Das Thema Zinssenkungsszenarien ist ob der Unsicherheiten zunĂ€chst tabu.

Die Perspektive: Geopolitische Risiken bleiben markant, MĂ€rkte zu zuversichtlich?

Die von den USA ausgehenden Friedensinitiativen im Irankrieg sind in einem historischen Kontext bemerkenswert, insbesondere weil die USA und Israel den Irankrieg vom Zaun brachen. Dieses unĂŒbliche US-Verhalten bewertet der Markt bisher positiv und setzt darauf, dass die US-BemĂŒhungen pro Frieden fruchten werden. Das Bild ist jedoch komplex, da auch andere LĂ€nder signifikante Interessen haben. So verfolgt der Iran ambitionierte Ziele ob der Freistellung von Sanktionen, Reparationen und die Kontrolle ĂŒber die Straße von Hormus als auch ob des Status des Libanon.

Die Interessen des Iran sind kaum kompatibel mit den Interessen der USA. ZusĂ€tzlich ist Israel nicht willens, den USA in der Frage des Libanon Folge zu leisten und ist bereit, solitĂ€r Konflikte fortzufĂŒhren. Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass die Zuversicht der MĂ€rkte bezĂŒglich eines nahenden Endes des Irankriegs GrĂŒnde hat, aber sich die Zuversicht dennoch auf dĂŒnnem Eis bewegt. Auch die Ignoranz der MĂ€rkte gegenĂŒber der militĂ€rischen Eskalation im Ukrainekrieg ist auffĂ€llig, denn das Risiko einer Ausweitung des MilitĂ€rkonflikts auf weitere LĂ€nder hat im 2. Quartal 2026 deutlich zugenommen. Ein breiteres Kriegsszenario in Europa ist nicht mehr auszuschließen.

Die USA sind und bleiben die Wirtschaftslokomotive unter den großen westlichen Wirtschaftsnationen

Trumps Reformen vergrĂ¶ĂŸern den Standortvorteil der USA. Die von Trump im letzten Jahr eingesammelten Investitionen und GeschĂ€ftsvolumina vergrĂ¶ĂŸern den Abstand zu den anderen westlichen Nationen. Zudem ist das Machtsubstrat in den elementaren Feldern, IT, KI, Energie und MilitĂ€r gegenĂŒber den westlichen „Freunden“ grĂ¶ĂŸer denn je und garantiert den USA faktisch ein hohes Durchsetzungsvermögen.

Das US-Wachstum stellte sich per 1. Quartal 2026 auf 2,1 Prozent in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung und ĂŒberraschte positiv. Die Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich per Mai um 1,67 Prozent nach 1,37 Prozent per April. Die EinzelhandelsumsĂ€tze verzeichneten per Mai einen Anstieg um 6,88Prozent nach zuvor 4,79 Prozent. Die lange Zeit in Rezession befindliche US-Immobilienwirtschaft bleibt im Krisenmodus. Der NAHB Housing Market Index stand per Juni 2026 mit 35 Punkten weiter im kontraktiven Bereich.

Deutschland und Frankreich waren mangels umfassender Reformpolitik im 2. Quartal 2026 Belastungsfaktoren in der Eurozone.

In Frankreich bleibt die Situation kritisch, da die Minderheitsregierung keine Möglichkeiten hat, nachhaltige Reformpolitik zu etablieren. Die deutsche Regierung bewegte sich im 2. Quartal 2026 im Feld der ReformankĂŒndigungen, ohne bis Ende Juni belastbare Inhalte zu produzieren, und hat laut Meinungsumfragen das Vertrauen der Bevölkerung, aber auch großer Teile der Wirtschaft verloren. Die ehemaligen ProblemlĂ€nder, allen voran Spanien, Portugal und Griechenland, sind dank der Reformen die Stabilisatoren der Eurozone.

Das Risiko, dass Deutschland und Frankreich die EU und Eurozone im relativen Vergleich zu anderen WirtschaftsrÀumen im 3. Quartal 2026 nach unten ziehen, ist virulent. Fehlende KonkurrenzfÀhigkeit Deutschlands und die Strukturkrise Frankreichs sind die belastenden Merkmale. Kontinentaleuropa (ex Schweiz) wird Verlierer innerhalb des Westens bleiben.

Indien liefert trotz der belastenden Folgen des Irankriegs unverĂ€ndert in Asien die stĂ€rksten DatensĂ€tze und hĂ€lt an einem ambivalenten Kurs zwischen Westen und Globalem SĂŒden fest. Die Grundausrichtung der Regierung Chinas stabilisiert den Ausblick im Hinblick auf die exogenen Herausforderungen. JĂŒngste DatensĂ€tze, ob Sentiment-Indikatoren (PMIs) oder harte Daten wie Industrieproduktion, Unternehmensgewinne zeigten positive Tendenzen oder waren zumindest widerstandsfĂ€hig. Ausreißer waren enttĂ€uschende Einzelhandelsdaten. Zinssenkungen zur Stimulanz sind im Hinblick auf den hohen positiven Realzins möglich (1,8 Prozent). Die Daten Chinas sollten vor diesem Hintergrund weiter von StabilitĂ€t mit positivem Grundton geprĂ€gt sein.

Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung einer gedÀmpften, heterogeneren, aber positiven Grunddynamik der Weltkonjunktur

Der Einkaufsmanagerindex (Juni) signalisiert in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes fĂŒr die USA mit 53,9 Punkten (S&P Index) ausgeprĂ€gte Expansion. In Japan fĂ€llt sie laut Index mit 54,8 ZĂ€hlern noch stĂ€rker aus. Im UK ergeben sich solide 52,6 Punkte. Weniger Dynamik deutet der PMI der Eurozone mit 51,4 Punkten an. Deutschlands Index mit 50,3 ZĂ€hlern (Industrieproduktion -0,54 Prozent im Jahresvergleich) ist wenig erbaulich.

Die aktuell verfĂŒgbaren Werte der LĂ€nder des Globalen SĂŒdens fĂŒr diesen Sektor belegen fĂŒr Indien mit 54,2 ZĂ€hlern starke Expansion und fĂŒr China mit 50,3 Punkten (Industrieproduktion im Jahresvergleich +4,5 Prozent) ĂŒberschaubares Wachstum. Russlands Index bringt es ebenso auf 50,3 ZĂ€hler. In Brasilien lĂ€uft es mit 50,8 Punkten besser.

Der Dienstleistungssektor bewegte sich im 2. Quartal 2026 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung ex Europa im Wachstumsmodus.

Am Rentenmarkt zeichnen sich trotz zumeist ĂŒberschaubarer RenditerĂŒckgĂ€nge weiter Risiken ab, die zukĂŒnftig systemische Relevanz entwickeln können

Das gilt insbesondere fĂŒr die LĂ€nder mit hoher Staatsverschuldung und unausgeprĂ€gter ReformfĂ€higkeit als auch verfehlter Energiepolitik. Nach vorne schauend werden bezĂŒglich der Renditen heterogene Entwicklungen dominieren, die das inflationĂ€re Bild, die Staatsdefizitsituation, die ReformfĂ€higkeit und das konjunkturelle Erwartungsbild spiegeln. Der Industrierohstoffsektor hatte auf die Weltwirtschaft und die WeltfinanzmĂ€rkte insbesondere bezĂŒglich der Energiepreise entlastende Auswirkungen. Die Industriemetallpreise lieferten ein durchwachsenes Bild.

Im Sektor der Agrarrohstoffe gab es keine klare Richtung: Weizen und Zucker waren wenig verĂ€ndert, Kaffee legte um 9,8 Prozent zu, Orangensaft verzeichnete einen RĂŒckgang um 12,1 Prozent, und der Kakaopreis stieg um gut 54 Prozent nach dem Einbruch um -41,5 Prozent im Quartal zuvor. Sowohl die Entwicklung der Weltwirtschaft als auch die der FinanzmĂ€rkte hĂ€ngt mehr denn je an der internationalen Politik. Der entscheidende Katalysator fĂŒr die Zukunft ist die Frage, wie es in den Konflikten hinsichtlich Iran und Ukraine weiter geht.

Im relativen Vergleich stehen die USA, China, aber auch ansatzweise Japan, Indien und Russland bezĂŒglich der Themen Energie, Teilnahme an der 4. Industriellen Revolution, Autarkie, Rahmendaten und direkte als auch indirekte Folgen des Irankriegs am besten da. Westeuropas EnergieabhĂ€ngigkeit und das hiesige Energiepreisniveau als auch die ReformschwĂ€che Frankreichs und Deutschlands gekoppelt mit langjĂ€hriger Politik gegen und nicht fĂŒr die Wirtschaft machen Kontinentaleuropa fortgesetzt vulnerabel, auch weil eine angemessene Teilhabe an der 4. Industriellen Revolution nicht gewĂ€hrleistet ist.

Der Finanzmarkt und die Wirtschaft – Irankrieg sorgt weiter fĂŒr unsichere Konjunkturphase

An den FinanzmĂ€rkten ergaben sich im FrĂŒhjahrsquartal 2026 starke Neubewertungen. Der Abverkauf an den AktienmĂ€rkten wegen des Irankriegs endete zum Abschluss des 1. Quartals 2026. Im 2. Quartal 2026 setzte eine Gegenbewegung unter Schwankungen ein, die von Erwartungen getrieben war und ist, dass eine Friedenslösung im Irankrieg ansteht und die Straße von Hormus dauerhaft frei sein wird, um die Versorgungslage der Welt zu gewĂ€hrleisten. ZusĂ€tzlich unterstĂŒtzten Unternehmensnachrichten, die weit ĂŒberwiegend positiv geprĂ€gt waren.

Dagegen zeigten sich die RentenmĂ€rkte weniger zuversichtlich. Höchstrenditen wurden zur Mitte des 2. Quartals 2026 im Mai verzeichnet. Erst dann setzte eine deutliche Beruhigung ein. Der US-Dollar konnte ab Mitte April an den DevisenmĂ€rkten zulegen. Ab diesem Zeitpunkt kamen Gold und Silber unter Abgabedruck. Bei Bitcoin setzt der Verkaufsdruck Mitte des Quartals ein. Die globale Konjunkturlage kĂŒhlte sich ab, war aber dennoch widerstandsfĂ€hig. AuffĂ€llig ist eine grĂ¶ĂŸere HeterogenitĂ€t der Wirtschaftsentwicklungen in den unterschiedlichen Regionen, je nach Betroffenheit durch geopolitische Krisen und aktive Wirtschaftspolitik vor Ort.

AktienmÀrkte: Ein starkes Quartal in Q2-2026!

Das FrĂŒhjahrsquartal war an den AktienmĂ€rkten von StĂ€rke geprĂ€gt. Die MĂ€rkte mit hohem Tech-Anteil profitierten allen anderen voran. So wurden neue historische Höchstmarken am japanischen und sĂŒdkoreanischen Aktienmarkt erreicht. Gleiches gilt fĂŒr den S&P 500 und den Nasdaq 100, aber auch den MSCI-World. Der MSCI-World Index verzeichnete im Quartalsvergleich ein Plus in Höhe von 13,32 Prozent. US-MĂ€rkte setzten starke positive Akzente, allen voran der US-Tech 100 mit 27,30 Prozent. Der S&P 500 nahm um 14,64 Prozent zu. Europa konnte bei dem Tempo und den Strukturnachteilen bezĂŒglich der Tech-Branche nicht mithalten.

Der DAX Index stieg um 10,21 Prozent. Der EuroStoxx 50 legte um 11,94 Prozent zu. Der NIKKEI 225 Index Japans stellte aber selbst den US-Tech-Sektor mit einem Anstieg in Höhe von 37,21 Prozent in den Schatten. Aktive Wirtschaftspolitik Japans und massive Investitionen in Zukunftstechnologien wirkten unterstĂŒtzend. Chinas CSI Index performte mit 12,01 Prozent. Der indische Sensex Index generierte 6,53 Prozent. Aus der Reihe fiel der Hang Seng-Index (Hongkong) mit -7,62 Prozent.

Das Thema Tech zeigte in diesem Jahr ausgeprĂ€gte VolatilitĂ€t, die sich immer wieder ultimativ in höheren Kursen niederschlĂ€gt. Die Realwirtschaft sieht sich immer stĂ€rker gezwungen, technisch aufzurĂŒsten, um einerseits ProduktivitĂ€t und ErtrĂ€ge zu erhöhen, aber auch um die Existenz zu sichern. Entsprechend steigt der Bedarf nach Hard- und Software.

Die Verwerfungen bei den Zinserwartungen, die in Folge des Irankriegs Raum griffen, sind in Teilen neutralisiert

Zinserhöhungserwartungen sind deutlich reduziert. Das wirkte in der zweiten QuartalshĂ€lfte unterstĂŒtzend. Die EintrĂŒbung des Konjunkturbilds war bisher unausgeprĂ€gter als zunĂ€chst an den MĂ€rkten unterstellt. Das Risiko der fehlenden Energieversorgungssicherheit ist weiter real, aber wird an den MĂ€rkten weniger stark diskontiert. FĂŒr das Sommerquartal liegt der Fokus auf der weiteren Entwicklung des Irankriegs. Entspannung forciert Chancen, Verspannung dagegen AbwĂ€rtspotential an den AktienmĂ€rkten. VolatilitĂ€t wird uns auch im 3. Quartal 2026 begleiten, denn die Berechenbarkeit des US-PrĂ€sidenten ist nicht gewĂ€hrleistet.

RentenmÀrkte: Nach markanten Anstieg der Renditen beachtliche Beruhigung im Quartalsverlauf Q2-2026

Die RentenmĂ€rkte lieferten im 2. Quartal 2026 zunĂ€chst bis zur Mitte des Quartals starke Renditeanstiege, die beispielsweise zu den höchsten Renditen in Japan seit 1997, in dem UK seit 2008 und in Frankreich und Deutschland seit 2011fĂŒhrten. Im Hinblick auf die hohen Staatsverschuldungen ergab sich eine kritische Konstellation.

Im weiteren Verlauf des Quartals wurden dann die Anstiege der Renditen nicht nur neutralisiert, sondern es kam im UK, in Frankreich und Deutschland als auch China zu RenditestĂ€nden unterhalb der Renditen per Ende des 1. Quartals 2026. BegrĂŒnden lĂ€sst sich die Entspannung mit den Erwartungen auf geopolitische Entspannung im Irankonflikt und damit einhergehend geringeren Inflations- als auch Zinssorgen. Zudem ergeben sich fĂŒr die LĂ€nder, die sich reformieren und der 4. Industriellen Revolution stellen, Chancen, die Staatshaushalte perspektivisch stabiler zu gestalten. Es gilt weniger fĂŒr die LĂ€nder, die sich den Reformherausforderungen und der 4. Industriellen Revolution nicht stellen.

Die Akzeptanz der westlichen AnleihemĂ€rkte nimmt im Globalen SĂŒden grundsĂ€tzlich ab. Die Finanzmittel werden selbst vor Ort benötigt und der hybride Krieg gegen LĂ€nder des Globalen SĂŒdens seitens des Westens mit Sanktionen und Zöllen, die nicht WTO-rechtskonform sind, untergrĂ€bt das Vertrauen in unsere MĂ€rkte. Das verschĂ€rft das Finanzierungsproblem insbesondere problembehafteter LĂ€nder im Westen.

Bei Wiederaufflammen des Irankriegs oder Ausweitung des Ukrainekriegs droht Ungemach an den RentenmĂ€rkten. FĂŒr LĂ€nder mit hoher Staatsverschuldung und ReformunfĂ€higkeit stellten sich dann systemische Fragen, die von den FinanzmĂ€rkten bisher nicht diskontiert wurden. Insbesondere LĂ€nder der Eurozone (Frankreich im Fokus) laufen erhöhte Gefahren, da die Eurozone kein homogener politischer Raum vergleichbar mit den USA ist.

DevisenmĂ€rkte: Der USD feiert ein „Comeback“ – Gold, Silber und Bitcoin verlieren im Quartalsverlauf Q2-2026

Der Euro konnte im 2. Quartal 2026 die vorherige StĂ€rke gegenĂŒber dem USD nur bis Mitte April verteidigen. Im weiteren Verlauf des Quartals feierte der USD ein „Comeback“. Der Euro gab ab dem 15. April von gut 1,18 auf bis unter 1,1350 nach, um sich dann leicht zu erholen. Im Quartalsvergleich kam es zu einem Anstieg des USD gegenĂŒber dem Euro um 1,16 Prozent. Trotz der Verluste ist der Euro gegenĂŒber dem USD weiter ob der KonjunkturschwĂ€che, der Strukturdefizite, mangelnder Reformpolitik als auch Energierisiken und Teilhaberisiken an der 4. Industriellen Revolution hoch bewertet.

Die erodierende Akzeptanz des USD wegen des Risikos von Sanktionsregimen und der „Gutsherrenart“ und Unberechenbarkeit der US-Außenpolitik bleibt fĂŒr den USD ein Malus. Diese Belastung stand im 2. Quartal 2026 jedoch weniger im Fokus. GegenĂŒber dem JPY, CHF und GBP waren die VerĂ€nderungen des EUR im Quartalsvergleich mit 1 Prozent – 1,5 Prozent wenig signifikant.

Edelmetalle und Krypto-Anlagen gehen weiter nach unten in Q2-2026

Silber (-22,13 Prozent) und Gold (-14,17 Prozent) waren im 2. Quartal 2026 die Verlierer im Quartalsvergleich gegenĂŒber dem USD. Gewinnmitnahmen und Umschichtungen in Richtung Aktienmarkt waren neben negativer Markttechnik entscheidende Treiber dieser Bewertungen. Bitcoin gab im 2. Quartal 2026 wie bereits in den beiden Vorquartalen deutlich nach (-14,17 Prozent). Bitcoin ist keine „Quasi-WĂ€hrung“, sondern als Krypto-Anlage eine Anlageklasse. Die FunktionalitĂ€t, als nicht korrelierte Anlageklasse in Krisenzeiten relative StabilitĂ€t zu gewĂ€hrleisten, war in den letzten neun Monaten nicht gegeben.

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches BeratungsgesprĂ€ch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen VerhĂ€ltnisse und BedĂŒrfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der MarkteinschĂ€tzung zum Zeitpunkt der Erstellung. FĂŒr die Richtigkeit, VollstĂ€ndigkeit und AktualitĂ€t der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung ĂŒbernommen. Die frĂŒhere Wertentwicklung ist kein verlĂ€sslicher Indikator fĂŒr die kĂŒnftige Wertentwicklung.

Externe Quellen:

  • Netfonds AG

Geldanlagen im zweiten Quartal 2026 als ePaper lesen

Leseempfehlungen

Lesen Sie doch auch diese Artikel rund um das Thema Finanzen, wofĂŒr sich auch andere Leser interessierten:

UnwetterschĂ€den – Was sollte man tun, bis der Schaden begutachtet wird?
Von Tagesgeld bis Fonds – Welche Anlageform ist lohnenswert
Energieausweis mit neuen Skalen: Was EigentĂŒmer jetzt wissen mĂŒssen

Bildnachweis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*