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Die expansive Geldpolitik und die Folgen für die Aktienmärkte

Federal Reserve System (Fed)

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus ziehen die Regierungen und die Zentralbanken weltweit alle Register. Allerdings ist dies noch mit ungewissem Ausgang. Welches Szenario am wahrscheinlichsten ist und was Anleger bis dahin tun können, soll in in diesem Artikel beleuchtet werden.

Wie Regierungen und Zentralbanken alle Register ziehen

Zwischen Aktienmärkten und Zentralbanken besteht eine besondere Beziehung. Zwar schauen beide auf dieselben Wirtschaftsindikatoren. Indem die Zentralbanken die Zinsen festlegen, nehmen sie im Unterschied zu den Märkten jedoch Einfluss auf die Wirtschaft. Aktien wiederum zeichnen sich im Wesentlichen durch zwei Merkmale aus: Sie preisen erstens zukünftige Unternehmensgewinne und damit Wirtschaftswachstum ein. In extremen Phasen des Konjunkturzyklus weichen Aktienkurse daher von der Konjunkturentwicklung ab. Tatsächlich ist der Aktienmarkt einer der Frühindikatoren, auf die Zentralbanken achten. Zweitens verstärken Aktien die Signale, die den Markt erreichen, was insbesondere die Signale der Zentralbanken gilt.

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Merkmale des aktuellen Zyklus

Gegenwärtig sind die Zinsen so niedrig wie nie zuvor. In Europa und Japan sind sie inzwischen unter die Marke von 0 Prozent gefallen, in manchen Fällen sogar bei langen Laufzeiten. Um die Auswirkungen dieses Szenarios beurteilen zu können, hilft ein kurzer Abriss der jüngeren Vergangenheit: Zu Beginn der Achtzigerjahre setzte eine Disinflation ein, die sich nach der Finanzkrise des Jahres 2008 zu einem Deflationsrisiko entwickelte.

Auf die Dotcom-Krise im Jahr 2000 reagierten die Zentralbanken mit Zinssenkungen, die Subprime-Krise im Jahr 2008 veranlasste sie zu unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen. Die Corona-Pandemie indes wird durch eine Kombination aus Haushalts- und Geldpolitik bekämpft. In gewisser Weise kann man dies als letztes Gefecht gegen mit den Regierungen das Wachstum anzukurbeln die Deflation betrachten, in jedem Fall werden Regierungen und Zentralbanken nach Ansicht von Fachleuten alle Register ziehen.

Frühere bedeutende Zyklen haben gezeigt: Um eine positive Entwicklung anzustoßen, müssen die Inflationserwartungen steigen.

Welches Szenario aus Anlegersicht am wahrscheinlichsten ist und die damit verbundenen Risiken

Die aktuelle Krise ist in ihrer Art beispiellos. Sollte die Pandemie zu einem natürlichen Ende kommen, etwa durch ein Medikament oder einen Impfstoff, können wir mit deutlich steigenden Konsumausgaben und einem wirtschaftlichen Aufschwung rechnen. Davon würden sowohl zyklische Aktien, Small Caps und sogar Value-Aktien profitieren, deren Bewertungslücke zu Growth-Aktien zwischenzeitlich ein Rekordniveau erreicht hatte.

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Darüber hinaus haben Regierungen und Zentralbanken ihre Entschlossenheit unter Beweis ge-stellt, die Wirtschaft zu stützen. Falls nötig, dürften sie ihre Konjunkturprogramme nochmals ausbauen. Erneute Volatilitätsausschläge sind möglich. In Anbetracht mangelnder Alternativen dürften Anleger mit langfristigem Horizont diese nutzen, um ihre Aktienpositionen auszubauen.

Fazit zum Thema: Die expansive Geldpolitik und ihre Folgen für die Aktienmärkte

Die Zentralbanken haben nun die Aufgabe, gemeinsam und die Inflationserwartungen zu stärken. Ihre Funktion mag sich wandeln, doch Zentralbanken bleiben die wichtigste Stütze des Anlagezyklus. Solange die Krise anhält, dürften sie für Liquidität sorgen und die Zinsen niedrig halten.

Bei Bedarf könnten sie sogar noch weiter gehen und die Zinsen am langen Ende kappen, wie sie es während des Zweiten Weltkriegs getan haben, um die Kriegsausgaben zu finanzieren. Dieser „Put“ der Zentralbanken sollte einen Absturz der Aktienkurse verhindern, sollten diese pandemiebedingt wieder fallen oder die Märkte nicht länger auf Hilfe der sehr viel langsameren Regierungen warten wollen.

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Quelle: Thomas Kruse, Amundi

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