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Anlagekommentar Dezember 2021 – An den globalen Finanzmärkten herrscht Optimismus

Anlagetipp

Obwohl es rund um den Globus weiter stark steigende Corona-Neuinfektionen und  international kräftig anziehender Inflationsraten gibt, dazu steigende Energiepreise sowie die weltweit in Aussicht gestellte Geldpolitikstraffung gab zum Jahresende 2021 viel Optimismus an den internationalen Finanzmärkten. So bescheinigten mehrere Studien der neuen Coronavariante, dass sie meist mildere Krankheitsverläufe, weniger Hospitalisierungen und Todesfälle verursacht. Damit erschien den Marktteilnehmern die Ausbreitung der Variante beherrschbar und eine erneute Einführung umfangreicher Kontaktbeschränkungen und Geschäftsschließungen weniger wahrscheinlich.

Entwicklung der Anlagemärkte im Dezember 2021

Im Dezember 2021 konnte der Kapitalmarkt die Kursverluste vom November 2021 wieder aufholen. So konnte der Weltaktienindex MSCI World Index in Euro um 3,1 Prozent zu legen und auch die europäischen Aktienmärkte waren einheitlich recht stark. Damit schnitten sie besser als ihre US-Pendants ab. So stieg der Eurostoxx 50 Index um +5,8 Prozent der DAX Index kam auf +5,2 Prozent und der FTSE 100 Index auf +4,6 Prozent Zuwachs. Spitzenreiter von den großen Ländern der Eurozone war der französische CAC 40 Index mit einem Zuwachs von + 6,3 Prozent. In den USA konnte der marktbreite S&P 500 Index noch einen Zuwachs von +4,4 Prozent erzielen und war vor allem von den Substanzwerten stark angetrieben. Dagegen konnte der NASDAQ Composite Index gerade einmal +0,7 Prozent Zuwachs erzielen. Die Anleger gingen mit dem Blick auf das Zinsumfeld bei hoch bewerteten amerikanischen Wachstumstiteln auf Distanz. In Asien war der Zuwachs auch eher verhalten. So konnte der japanische NIKKEI 225 Index nur eine Zuwachs von +3,5 Prozent verbuchen. Auch der SSE Composite Index konnte nur um +2,1 Prozent zulegen und litt weiter unter den zunehmenden Probleme im Immobiliensektor.

DAX Entwicklung

An den Anleihemärkten machte sich dagegen eine Katerstimmung breit. Denn die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) kündigte an, ihre Anleihekäufe aus der Pandemie-Ära schneller als erwartet im März 2022 zu beenden. Damit soll der Weg für raschere Zinserhöhungen geebnet werden. In der Folge stiegen die zehnjährigen Zinsfestschreibungen an und die setzte die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang. Auch Sie kündigte dann an, das Tempo der Anleihekäufe zu verringern und das Notfallprogramm zum Ende des ersten Quartals im Jahr 2022 auslaufen zu lassen. Dazu kam, dass sich immer mehr Industriestaaten besorgt über die hohe Inflation äußerten, die im Dezember 2021 sowohl auf Produzenten- als auch Konsumentenebene neue langjährige Höchststände erreichte. Der Anstieg der Konsumentenpreise in den USA erreichte mit 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr den höchsten Stand seit 39 Jahren und in Großbritannien wurde ein 29-Jahreshoch gemessen. Auch in der Eurozone lag der Anstieg mit 4,9 Prozent p.a. auf dem höchsten Niveau seit dem Beginn der Messungen für den gemeinsamen EUR-Währungsraum. Auch namhafte Notenbanker rückten von der monatelang proklamierten Ansicht ab, die Preissteigerungen seien nur vorübergehender Natur.

An den Rohstoffmärkten ging es weiter aufwärts und der Ölpreis stieg trotz der überraschenden OPEC-Entscheidung die Fördermenge auszudehnen, um über 14 Prozent nach oben. Auch bei den Industriemetalle war der Aufwärtstrend weiter intakt. So verteuerte sich Aluminium um 7 Prozent und bei Kupfer gab es auch einen Zuwachs von Plus von 2,4 Prozent. Auch die Edelmetalle profitierten von den hohen Inflationszahlen, wodurch sich Gold um 3 Prozent verteuerte und Silber um 2 Prozent zulegte.

Ausblick auf die zukünftige Kapitalmarktentwicklung

Für die Kapitalmärkte bleibt die wirtschaftliche Normalisierung das Kernthema. Dies impliziert eine positive Grundtendenz. Nach der ausgeprägten Aktien-Rallye seit den ersten Lockdowns 2020 stehen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten sicherlich tiefere Erträge an, da sich weder Wirtschaft noch Börsen in der Frühphase der Erholung befinden. Damit sind auch eher Korrekturen zu erwarten, wobei Rückschläge als Einstiegsmöglichkeit genutzt werden können. Zu den Chancen gehört derzeit ein besseres konjunkturelles Momentum, als Folge gesunkener Corona-Fallzahlen in den USA und einer in den letzten Wochen markant erhöhten Impfrate im aufstrebenden Asien. Seit Monaten gibt es  angebotsseitige Störungen, wie ein starker Anstieg der Erdgaspreise, Engpässe und Lieferverzögerungen bei Komponenten, Zwischenprodukten und im Transportwesen, was die Weltwirtschaft insgesamt und ausgewählte Unternehmen belasten. Allerdings werden die positiven Grundtrends dadurch nicht in Frage gestellt.

Kurzfristig hat eine gewisse Entspannung an den Energiemärkten, bei den Transportkosten und in den Lieferketten leicht positive Auswirkungen, die Unsicherheiten bezüglich „Omikron“ sind negativ. Die Güterpreisinflation, die vor allem in den USA präsent ist und sich auch global auswirkt, wird die Märkte noch einige Zeit beschäftigen. Selbst bei anhaltend hoher Güterpreisinflation wäre eine markante Straffung der US-Geldpolitik unwahrscheinlich, da damit in der Wirtschaft insgesamt erheblicher Schaden entstehen würde. In der Summe bleibt die Anlagestrategie weiter vorwiegend auf Aktien und Unternehmensanleihen ausgerichtet. Regional sollte man aktienseitig auf Europa und die USA weiterhin fokussiert bleiben. Die Risiken im aufstrebenden Asien haben abgenommen, auch was die Marktstimmung betrifft. Dadurch kann man dort in den kommenden Monaten mit einem ähnliches Ertragsprofil wie in westlichen Industrieländern rechnen.

Anlagemärkte Entwicklung

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Externe Quellen:

  • Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH über das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
  • Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
  • Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
  • Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London

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