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Ferien im eigenen Urlaubsdomizil – Was bei der Finanzierung einer Ferienimmobilie zu beachten ist

ferienwohnung

Für die Mehrheit der Deutschen verlief der Sommerurlaub im Jahr 2020 anders ab als geplant. Er fand größtenteils im eigenen Land statt und nicht mehr hauptsächlich im Rahmen einer Fernreise. So verwundert es nicht, dass die Nachfrage von Kaufinteressenten nach Ferienimmobilien vielerorts gestiegen ist. Dementsprechend hat auch der Informationsbedarf nach der richtigen Finanzierungsmöglichkeit für eine eigene Ferienimmobilie an Bedeutung gewonnen und deshalb sind nachfolgend wichtige Fragen für dieses Thema zusammengestellt.

Die Nutzungsbeschränkungen der anvisierten Ferienimmobilie müssen abklärt werden
Bei der Finanzierung einer Ferienimmobilie lautet das Zauberwort „Nutzungsbeschränkung“, denn in vielen klassischen Urlaubsgemeinden etwa an Nord- und Ostsee wird von der Gemeinde vorgegeben, wie Immobilien in bestimmten Gegenden genutzt werden dürfen. So ist es beispielsweise relevant, ob in dem Haus oder der Wohnung dauerhaft gewohnt wird, oder ob es sich um eine reine Ferienimmobilie handelt und diese nur zeitweise privat genutzt wird. Ob nun die gewünschte Immobilie einer Nutzungsbeschränkung unterliegt, ist manchmal etwas umständlich herauszufinden. Bei einer Bestandsimmobilie sollte der Verkäufer, bei einem Neubau der Bauträger die nötigen Information parat haben. Ansonsten bleibt nur der Weg sich bei der Gemeinde den Bebauungsplan der Region zu beschaffen, denn dort sind auch etwaige erlaubte Nutzungsbeschränkungen ausgewiesen. Wenn eine Vermietung möglich ist, stehen für die Finanzierung zumeist lediglich die regionalen Volksbanken und Sparkassen vor Ort als Finanzierungspartner zur Verfügung. So steht den Interessenten häufig nur eine eingeschränkte Auswahl an Kreditgebern zur Verfügung.

Deutsche reisen am liebsten im eigenen Land

Lebensplanung als Ferienimmobilieninteressent objektiv beurteilen
Bei der Finanzierung einer Ferienimmobilie ist die zweite große Frage: Wie ist die weitere Lebensplanung? Das heißt: Soll die als Ferienimmobilie angeschaffte Wohnung dauerhaft ein Zweitwohnsitz bleiben, oder können sich die Interessenten vorstellen, im Ruhestand eventuell ganz dorthin zu ziehen?

Beispielsweise lässt sich eine Immobilie für den Alterswohnsitz in Schleswig-Holstein nämlich mit zusätzlichen Mitteln der Investitionsbank Schleswig-Holstein finanzieren. Damit wird das Risiko auf zwei Banken aufgeteilt, und der Käufer profitiert durch den niedrigeren Beleihungsauslauf von einer besseren Zinssituation. Allerdings gibt es hier keine bundesweit einheitliche Vorgehensweise. Deshalb muss man für seine Region prüfen, ob zum Beispiel regionale Förderungen eingebunden werden können. Zu beachten ist auch, dass mit der Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) viele Banken das Lebensphasenmodell ihrer Kunden bei der Finanzierung berücksichtigen müssen. In dem die Darlehensgeber die gesamte Kreditlaufzeit betrachten und hinterfragen, was mit der Ferienimmobilie langfristig geplant wird, möchten sie sichergehen, dass Darlehen dauerhaft zurückgezahlt werden können.

Zusätzliche Sicherheiten dem Finanzierungsinstitut anbieten
Ob sich hinter einem Einfamilienhaus ein Strandbungalow, eine Stadtvilla oder eine Blockhütte in den Bergen verbirgt, ist für die Kreditgeber meist irrelevant. Unabhängig davon, wie die Ferienimmobilie beschaffen ist – die verlangte Eigenkapitalquote ist zumeist höher als bei einem selbstgenutzen Eigenheim. Es ist gelegentlich möglich auch eine 100-Prozent-Finanzierung zu bekommen, aber in der Regel gilt, dass Finanzierer über die Kaufnebenkosten hinaus noch gute 20 Prozent des Kaufpreises aus Eigenmitteln bestreiten sollten.

Ein im persönlichen Besitz befindliches Eigenheim kann als Sicherheit eine Alternative sein. Damit ließen sich gewissermaßen sogar Brücken schlagen. Ein Beispiel: Wenn man als Kunde der Sparkasse in Frankfurt ein Häuschen am Starnberger See kaufen möchte, ist das für die Mitarbeiter der Frankfurter Sparkasse erst einmal etwas kompliziert, da sie ja kaum Ortskenntnis für das neue Objekt mitbringen und deshalb den Wert unter Umständen nur schwer ermitteln können. Wenn man aber bereits ein Eigenheim in Frankfurt über das gleiche Institut finanziert hätte, könnte man dieses als Sicherheit mit einbringen. Dann wäre nicht nur die Finanzierung des Seehauses im Süden möglich, sondern es ließen sich in der Regel sogar Zinsvorteile erzielen.

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