Im Vormonat zeigte sich vor allem die USA von seiner starken Seite: Der klare Wahlsieg von Donald Trump beseitigte politische Unsicherheiten und lieĂ die US-MĂ€rkte stark zulegen. Dagegen starteten die globalen AktienmĂ€rkte schwach in den Dezember 2025. Belastende Industriedaten aus den USA, steigende Renditen am Anleihemarkt sowie deutliche RĂŒckgĂ€nge im Kryptosektor sorgten zunĂ€chst fĂŒr Risikoabbau und ZurĂŒckhaltung. Die SchwĂ€che war aber nur von kurzer Dauer und es folgte eine Erholung, die vor allem in Europa spĂŒrbar wurde. In den USA schlossen die breiten AktienmĂ€rkte und der Technologie-Index knapp negativ, wĂ€hrend die asiatischen AktienmĂ€rkte ein gemischtes Bild abgaben. Weltweit schlossen Aktien den Monat noch positiv ab.
Entwicklung der AnlagemÀrkte im Dezember 2025
Der Dezember verlief an den KapitalmĂ€rkten vergleichsweise ruhig, aber mit klaren Signalen fĂŒr das kommende Jahr. Die AktienmĂ€rkte setzten ihre positive Entwicklung fort, wenn auch mit nachlassendem Momentum. Der S&P 500 verbuchte mit +0,1⯠Prozent den achten Gewinnmonat in Folge, was ein Novum seit 2021 ist. In Japan stand das Jahr 2025 vor allem im Zeichen der Zölle.
Am Jahresende kam eine zweite Ăberraschung dazu: Die Wahl der ersten weiblichen Premierministerin, Sanae Takaichi, mit AmtseinfĂŒhrung am 21.Oktober 2025. Ihr Vorbild ist Margaret Thatcher, sie gilt als ultrakonservative Hardlinerin. Dieses Szenario hatte der Markt nicht erwartet. Mit UnterstĂŒtzung der rechtsgerichteten Ishin-Partei setzte sie sich gegen den zuvor favorisierten Koizumi durch. Das Potenzial einer âTakaichi-Rallyeâ war nicht eingepreist.
Japanische Aktien reagierten mit krĂ€ftigen Kursgewinnen. Die Ăberraschung begĂŒnstigte vor allem Wachstumstitel. Nach der PrĂ€sidentschaftswahl im Vorjahr wertete der Yen stark auf. Dieses Mal wertete der Yen ab. Der Markt honoriert Takaichis geplante expansive Fiskalpolitik. Sie schafft Planungssicherheit fĂŒr eine lockerere Ausrichtung und verlĂ€ngert den Zeithorizont fĂŒr die fiskalische Konsolidierung.
Dies spiegelte sich dann auch bei dem amerikanischen wachstumsorientierten Aktienindizes NASDAQ 100 Index wieder, der nach dem Minusergebnis im Vormonat wieder einen RĂŒckgang von -0,7 Prozent verbuchen musste. Der substanzorientierte Dow Jones Industrial Average Index konnte dagegen mit +0,7 Prozent gegenĂŒber dem Vormonatsergebnis wieder einen kleineren Zuwachs verbuchen. Dagegen musste der S&P 500 Index mit einem noch geringeren Zuwachs von +0,1 Prozent bei den wichtigen US-Indizes leben. Er hatte damit gegenĂŒber dem Dow Jones Industrial Average Index wieder das Nachsehen.
AktienmÀrkte Dezember 2025
Die europĂ€ischen AktienmĂ€rkte konnten sich den schwachen Vorgaben der US-MĂ€rkte entziehen und hatten generell positive Entwicklungen. So konnte der deutsche DAX Index nach dem kleinen RĂŒckgang im Vormonat wieder einen Zuwachs von +2,7 Prozent verbuchen. Beim italienischen FTSE MIB ging es mit +3,7 Prozent wie in den letzten 5 Monaten weiter nach oben. Der französische CAC 40 Index legte mit +0,3 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat wieder etwas mehr zu. Auch der britische FTSE 100 Index trat mit +2,2 Prozent nicht mehr auf der Stelle wie im Vormonat.
Der spanische IBEX 35 Index konnte wieder einen guten Zuwachs von +5,7 Prozent erreichen und seine gute Jahresentwicklung untermauern. Der österreichische ATX Index konnte dies mit +6,3 Prozent noch toppen und bleibt damit seinem AufwĂ€rtstrend seit 8 Monaten treu. Er war damit bei den europĂ€ischen Indizes der Spitzenreiter. Dem griechischen Athex Composite Share Price Index ging zum Jahresende etwas die Luft aus und kann aber mit +1,8 âŻProzent weiter an seine bemerkenswerten Ergebnisse der Vormonate anknĂŒpfen. Auch der portugiesische PSI20 Index kann mit +2,4âŻProzent seine bisherige gute Jahresentwicklung bestĂ€tigen.
Entwicklung der wichtigsten europÀischen Indizes im Dezember 2025
Die insgesamt positive Entwicklung bei den europĂ€ischen Werten spiegelte sich natĂŒrlich auch beim Eurostoxx 50 Index wieder, was zu einem Zuwachs von +2,2 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat fĂŒhrte. Auch der marktbreitere Stoxx Europe 600 Index folgte diesem Verlauf und konnte mit +2,7 Prozent sogar noch einen besseren Zuwachs verbuchen.

In Asien gab es an den wichtigsten MĂ€rkten eine generelle leichte Erholung. Der japanische NIKKEI 225 Index kam nach den neuen politischen Gegebenheiten wieder mit +0,2 Prozent auf seinen Wachstumspfad zurĂŒck.
Bei den chinesischen Aktienwerten gab es eine gegenteilige Entwicklung. So musste der Hang Seng Index mit -0,9 Prozent wieder einen leichten RĂŒckgang verzeichnen, wobei der Shanghai Composite Index mit +1,4 Prozent wieder einen kleinen Zuwachs verbuchen konnte.
Beim weltweiten MSCI World Index hinterlieĂ der durchwachsene Börsentrend in Nordamerika auch seine Spuren und er musste mit -0,5 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat zum zweiten mal in Folge dieses Jahr einen RĂŒckgang hinnehmen.
Anleihe- und RohstoffmÀrkte Dezember 2025
Im Rentenbereich sorgte die Erwartung weiterer Zinsschritte der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) fĂŒr einen Anstieg der Renditen von 10-jĂ€hrigen Bundesanleihen auf 2,85 Prozent. Die US-Notenbank Federal Reserve System (Fed) beendete das Jahr mit drei Zinssenkungen seit September, was die Rendite der 10-jĂ€hrigen US-Treasuries erstmals seit 2020 auf Kalenderjahressicht wieder sinken lieĂ. In Japan hob die Bank of Japan (BoJ) den Leitzins auf 0,75⯠Prozent, was der höchste Stand seit 1995 ist.
WĂ€hrungsseitig schwĂ€chte sich der US-Dollar weiter ab und verzeichnete auf Basis des sogenannten Dollarindex, also gegenĂŒber einem ausgewĂ€hlten WĂ€hrungskorb, mit â9,4⯠Prozent das schlechteste Jahr seit 2017. Der Euro legte gegenĂŒber dem Dollar um 13,4⯠Prozent zu. Die DollarschwĂ€che stĂŒtzte insbesondere die Emerging Markets, was deren AktienmĂ€rkten zu gute kam.
Gold und Silber in 12/2025 weiter auf der Ăberholspur
Gold setzte seine Rekordjagd fort und Silber verzeichnete mit 26,8⯠Prozent den achten Monatsgewinn in Folge. Dies sind die stĂ€rksten ZuwĂ€chse seit 1979. Dagegen fielen die Ălpreise den fĂŒnften Monat in Folge. Im Bereich der KryptowĂ€hrungen gehörte Bitcoin, wie im Vormonat, weiter zu den Verlierern des Monats und fiel wieder um 4,3⯠Prozent. Die erhöhte Risikoaversion und die Umschichtung in klassische Anlageklassen fĂŒhrten weiter zu einem deutlichen Abverkauf.
An den RohstoffmĂ€rkten kam es daher auch zu einer unterschiedlichen Entwicklung an den HandelsplĂ€tzen, was sich beim Ălpreis mit einem ordentlichen RĂŒckgang von -3,2 Prozent nieder schlĂ€gt. Bei den anderen Industriemetallen sah die Entwicklung positiver aus. Kupfer konnte seinem AufwĂ€rtstrend weiter folgen und mit +9,5 Prozent weiter einen ordentlichen Zuwachs verbuchen. Auch bei Nickel ging es mit +10,3 Prozent gegenĂŒber dem Vormonatsniveau wieder stark nach oben. Bei Aluminium ging es mit +2,0 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat auch wieder nach oben. Beim Goldpreis ging es nach den fulminanten Vormonaten weiter mit +2,1 Prozent Zuwachs nach oben und verbleibt damit auf der bisherigen WachstumsstraĂe im neuen Jahr.
Zusammenfasend kann man festhalten, das auch der Dezember ein Monat der Unsicherheiten war: Das Marktumfeld bleibt geprĂ€gt von geldpolitischer Unsicherheit, geopolitischen Risiken und einer zunehmenden Bedeutung von Edelmetallen als Diversifikationsbaustein. FĂŒr Anleger ist somit eine global diversifizierte Allokation mit Fokus auf QualitĂ€t und FlexibilitĂ€t entscheidend â insbesondere angesichts der anhaltenden Diskussionen um Zinswenden, WĂ€hrungsverschiebungen und Zukunftstechnologien.
Die Renditekurven von Anleihen werden steiler und welche Folgen hat dies fĂŒr Anleger
Die AnleihemĂ€rkte haben in den letzten zwei Jahren einen bedeutenden Wandel erfahren. Weltweit sind die langfristigen Zinsen gegenĂŒber den kurzfristigen Zinsen gestiegen, so dass die Renditekurven steiler geworden sind. In dem aktuellen Marktumfeld können höhere Ausgangsrenditen fallende Anleihekurse abfedern und schaffen damit ein gĂŒnstiges Risiko/Renditeprofil fĂŒr die Zukunft.
Die nachstehende Grafik verdeutlicht die Entwicklung in den wichtigsten IndustrielÀndern seit 2023, wobei die Neigung einer Zinskurve der Differenz zwischen den Renditen 30-jÀhriger und 2-jÀhriger Anleihen entspricht.

FĂŒr Multi-Asset-Anleger mit einer strategischen globalen Anleihe-Allokation können steigende Anleiherenditen kurzfristig schmerzhaft sein, denn steigende Renditen bedeuten fallende Kurse. DafĂŒr hat sich jedoch der langfristige Ausblick fĂŒr die AnleihemĂ€rkte deutlich verbessert. Da die Kuponzahlungen (ErtrĂ€ge) von Anleihen inzwischen einen gröĂeren Teil an der Gesamtrendite (KursverĂ€nderung plus Kupon) ausmachen, können höhere Ausgangsrenditen potenzielle Kapitalverluste durch fallende Kurse ausgleichen. Man spricht deshalb in diesem Zusammenhang auch von âYield Cushionâ (Renditepolster). Die höheren aktuellen Effektivzinsen gewĂ€hrleisten höhere laufende ErtrĂ€ge und bilden einen Puffer gegen zukĂŒnftige VolatilitĂ€t am Anleihenmarkt, zumal diese laufenden ErtrĂ€ge einen gröĂeren Teil der Gesamtrendite einer Anleihe ausmachen.
Bei langfristigem Anlagehorizont auf das Duration-Risiko achten
Langfristige Anleger sollten auĂerdem beachten, dass sich die Anleiherenditen in der Regel im Gleichschritt mit den Zinsprognosen bewegen, dem sogenannten Duration-Risiko. Das Duration-Risiko hĂ€ngt von den verschiedenen Eigenschaften einer Anleihe wie Rendite, Kupon und Laufzeit ab und zeigt an, wie eine Anleihe oder ein Anleiheportfolio auf ZinsĂ€nderungen reagiert. Anleihen entwickeln sich umgekehrt proportional zu ZinsĂ€nderungen: Steigen die Zinsen, fallen die Anleihekurse â und umgekehrt. Je lĂ€nger die Duration einer Anleihe (in Jahren), desto empfindlicher reagiert ihr Kurs auf ZinsĂ€nderungen.
Die Kurse von Anleihen mit höherer Duration sind volatiler, weil der Wert ihrer kĂŒnftigen Kuponzahlungen sinkt, wenn in einem Umfeld höherer Zinsen neue Anleihen mit höheren Kupons auf den Markt kommen. Sinkende ZinssĂ€tze fĂŒhren dagegen in der Regel zu einem Anstieg der Kurse langfristiger Anleihen. Die MĂ€rkte sehen aktuell hohen Haushalts- und Inflationsdruck, und wenn dieser Druck nachlĂ€sst, dĂŒrften auch die Renditen auf langfristige Anleihen sinken.
Eine Lösung können LifeStrategy ETFs sein
Bei der LifeStrategy-ETFs von Vanguard handelt es sich um sogenannte Multi-Asset-ETFs. Das bedeutet, sie beinhalten mehrere Anlageklassen. Genauer gesagt setzen sie sich aus einem Aktien- und einem Anleiheteil zusammen. Mit einem LifeStrategy-ETF investiert man weltweit und breit gestreut in viele tausend Aktien und Anleihen gleichzeitig, wodurch das Anlagerisiko breit gestreut ist.
Die hohen Effektivzinsen auf langfristige Anleihen und die erwarteten Zinssenkungen unterstreichen den Wert des disziplinierten Portfolioaufbaus der LifeStrategy ETFs von Vanguard. Die Multi-Asset-Portfolios sind einfache und relativ kosteneffiziente All-in-One-Lösungen (ETFs mit vorab definierter Asset-Allokation) mit global diversifizierten Portfolios und diszipliniertem Rebalancing.
Das globale Anleihen-Exposure der Fonds enthĂ€lt zahlreiche verschiedene Laufzeiten, Sektoren, KreditqualitĂ€ten und FĂ€lligkeiten und positioniert die Portfolios als âAllwetterlösungenâ, die taktische Eingriffe ĂŒberflĂŒssig machen. RegelmĂ€Ăiges Rebalancing gewĂ€hrleistet, dass der ETF bei steigenden Renditen Anleihen zu niedrigeren Kursen kauft und so von höheren zukĂŒnftigen Anleiherenditen profitiert.

wichtiger Hinweis zum Anlagekommentar 12/2025:
Dieser Bericht dient ausschlieĂlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. FĂŒr die Richtigkeit kann jedoch keine GewĂ€hr ĂŒbernommen werden. Allein verbindliche Grundlage fĂŒr den Erwerb von Investmentfondsanteilen sind die jeweiligen Verkaufsprospekte und die jĂ€hrlichen Rechenschaftsberichte.
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Externe Quellen:
- Kategorie-Durchschnitte: monatliche Berechnung durch EDISOFT GmbH ĂŒber das Fondsuniversum der FVBS-Datenbank
- Zinsen (Festgeld, Sparbuch): monatliche Durchschnittswerte der Dt. Bundesbank aus Meldungen deutscher Kreditinstitute
- Inflation: monatliche Zahlen des Statistischen Bundesamts
- Goldpreis: offizieller Feinunzen-Preis/London
- Bereich âDie Renditekurven von Anleihen werden steiler und welche Folgen hat dies fĂŒr Anleger“ von Vanguard Group Europe GmbH
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