Vor der Sommerpause der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) stand am 24. Juli 2025 noch ein letzter Zinsentscheid der WĂ€hrungshĂŒter an. Die EZB hat dabei beschlossen, die drei LeitzinssĂ€tze unverĂ€ndert zu belassen. Dies wurde von den Zinsexperten so auch erwartet, da die Inflation zurzeit beim mittelfristigen Zielwert von 2 Prozent liegt. Die neu verfĂŒgbaren Daten entsprechen weitgehend der bisherigen EinschĂ€tzung der EZB zu den Inflationsaussichten. In einem schwierigen globalen Umfeld hat sich die Wirtschaft bislang insgesamt widerstandsfĂ€hig gezeigt, was zum Teil auf die Zinssenkungen der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) in der Vergangenheit zurĂŒckzufĂŒhren ist. Zugleich ist das Umfeld nach wie vor auĂergewöhnlich unsicher, vor allem aufgrund von Handelskonflikten.
SeitwĂ€rtsbewegung der Bauzinsen setzt sich fort – Abwarten lohnt nicht
Die Richtung, welche die Baufinanzierungszinsen in den vergangenen Wochen eingeschlagen haben, setzte den seit Monaten anhaltenden SeitwĂ€rtstrend fort. Einzig der leichte Anstieg der Rendite fĂŒr 10-jĂ€hrige Bundesanleihen sorgte dafĂŒr, dass sich die Zinsen seit Monatsbeginn leicht aufwĂ€rts bewegten. Dennoch: Wer ein zehnjĂ€hriges Baufinanzierungsdarlehen abschloss, tat dies â abhĂ€ngig von verschiedenen relevanten Finanzierungsparametern â im Schnitt fĂŒr einen Zins zwischen 3,25 und 3,5 Prozent. Damit bewegten sich die Bauzinsen nach wie vor im Prognosekorridor, den Zinsexperten fĂŒr 2025 kalkuliert hatten.

Das stabile Umfeld bot Kaufinteressierten in den vergangenen Wochen eine gute Basis, um in Ruhe planen und finanzieren zu können. ĂberstĂŒrzte Entscheidungen sind momentan nicht erforderlich. Das gibt Kaufinteressierten mehr Sicherheit, am Ende auch die wirklich passende Finanzierung fĂŒr ihre Immobilie zu bekommen. Dies sorgt fĂŒr eine insgesamt recht komfortable Situation, wobei allerdings die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt nicht unterschĂ€tzt werden sollte. Hier ist schon das gesamte Jahr 2025 eine sehr bestĂ€ndige Nachfrage auf insgesamt hohem Niveau zu verzeichnen. Ein weiteres Abwarten und Spekulieren auf sinkende Immobilienpreise oder aber fallende Bauzinsen wird sich daher nicht lohnen.
Die EuropÀischen Zentralbank (EZB) hat keinen Handlungsdruck
Die SeitwĂ€rtsbewegung der Baufinanzierungszinsen dĂŒrfte sich auch in den kommenden Wochen ohne gröĂere AusschlĂ€ge fortsetzen. Kurz- bis mittelfristig gehen Zinsexperten weiterhin von einem Zinsverlauf zwischen 3,25 und 3,5 Prozent fĂŒr eine zehnjĂ€hrige Zinsfestschreibung fĂŒr eine Immobilienfinanzierung aus. GrĂŒnde fĂŒr die Konstanz sehen die Zinsexperten unter anderem in der Finanzpolitik der europĂ€ischen Notenbanker: Es wird erwartet von der EZB aktuell keine Ăberraschungen zu bekommen, was mit der Zinsendscheidung im Juli 2025 auch bestĂ€tigt wurde.
Denn aktuell besteht fĂŒr die Notenbank tatsĂ€chlich derzeit kein Handlungsdruck, sondern sie kann abwarten, wie sich beispielsweise die aktuelle Zolldiskussion entwickelt. Sollte es hier zu einer Einigung kommen, stĂŒnde nicht die Inflation, sondern ein erneuter Impuls fĂŒr die Wirtschaft im Fokus der WĂ€hrungshĂŒter.
GĂ€be es hingegen kein Ăbereinkommen, könnte eine mögliche Inflationsentwicklung wieder in den Mittelpunkt der finanzpolitischen Entscheidungen rĂŒcken. Ein weiteres Indiz fĂŒr eine sich fortsetzende ZinsstabilitĂ€t sehen Fachleute in der Bewertung vom Immobilienmarkt. Dieser entwickle sich zwar leicht nach oben, sei aktuell aber deutlich von einer Ăberhitzung entfernt. Vor diesem Hintergrund haben Finanzierungsinstitute keinen Grund, an den Baufinanzierungszinsen in den kommenden Wochen spĂŒrbar etwas zu verĂ€ndern.
Das Inflationsziel ist von der EZB zwar erreicht und steht dennoch unter Druck
Nach Jahren einer deutlich zu hohen Teuerungsrate ist sowohl in Deutschland als auch in der Euro-Zone die von der EZB ausgerufene Zielmarke von zwei Prozent erreicht. Doch die Risiken, die in naher Zukunft auf die Inflation einwirken könnten, sind vielfĂ€ltig: So sind neben der US-Zollpolitik unter anderem die militĂ€rischen Konflikte im Nahen Osten, die die Ăl- und Gaspreise gefĂ€hrden, möglicherweise anhaltende Preistreiber. Auch strukturelle VerĂ€nderungen wie etwa die Energiewende oder eine fortschreitende Deglobalisierung könnte die Inflation nachhaltig beeinflussen.
Dass die Teuerungsrate aktuell ihr Ziel erreicht hat, bedeutet nicht, dass nun alles gut ist, so die Meinung von Zinsexperten. Zum einen sind die Nachwehen der Inflationskrise weiterhin spĂŒrbar und die Dienstleistungsinflation ist mit 3,3 Prozent noch immer hoch. Zum anderen ist aufgrund der fragilen geopolitischen und weltwirtschaftlichen Lage auch eine mögliche Deflation nicht auszuschlieĂen. Die Zweiprozentmarke der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) enthĂ€lt zwar einen gewissen Puffer, lĂ€ge die Teuerungsrate jedoch lĂ€nger darunter, könnte dies der Konjunktur nachhaltig schaden. Die Inflation bleibt also trotz aktueller Zielerreichung ein kritischer Faktor fĂŒr die wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone. Somit gilt ihr auch weiterhin besonderes Augenmerk.
Baufinanzierungszinsen im Juli 2025 im Vergleich zum Vormonat
FĂŒr Immobilienfinanzierer stellt der Juli stabile Nachrichten zur VerfĂŒgung, denn die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen ging nur leicht nach oben. Nach dem leichten Anstieg der Baufinanzierungskonditionen im Vormonat, ist dieser Trend weiter in Takt und es gibt wieder leicht steigende Zinskonditionen. Die Sollzinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 5 Jahren sind dabei auf 3,32 Prozent (Vormonat: 3,25 Prozent) nach oben gegangen. Sie liegen damit nur noch leicht ĂŒber den Zinsen fĂŒr Kredite mit einer Zinsbindung von 10 Jahren, die mit 3,31 Prozent (Vormonat: 3,33 Prozent) auch wieder leicht nach unten gingen.
Die Zinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 15 Jahren gingen auch dem Gesamttrend folgend leicht nach unten und liegen nun bei 3,58 Prozent (Vormonat: 3,62 Prozent). Die Baudarlehen mit einer Zinsbindung von 20 Jahren konnten dem allgemeinen AbwĂ€rtstrend gegenĂŒber dem Vormonatsniveau nicht folgen und liegen aktuell nun bei einem Zinssatz von 3,79 Prozent (Vormonat: 3,70 Prozent).
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Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: seitwÀrts
mittelfristig: schwankend seitwÀrts
langfristig: schwankend seitwÀrts

Externe Quellen:
- Dr. Klein AG
Zinskommentar Juli 2025 als ePaper lesen
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