Immobilieninteressenten die derzeit eine Wohnung oder ein Haus erwerben möchten, mĂŒssen nichts ĂŒberstĂŒrzen. Denn die Baufinanzierungszinsen bewegen sich ohne gröĂere Schwankungen auf einem nach wie vor moderaten Niveau. Woran das liegt, welche Zinsentwicklung in den kommenden Wochen wahrscheinlich ist und was die Leitzinssenkung der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) vom 5. Juni 2025 bedeutet, soll nachfolgend betrachtet werden.
Bauzinsen befinden sich im Ruhemodus
SeitwĂ€rts â das war die Richtung, welche die Baufinanzierungszinsen in den vergangenen Wochen einschlugen. Zeigten sie sich im ersten Quartal 2025 aufgrund innen- und auĂenpolitischer Turbulenzen noch recht schwankend, so verharrten sie im April 2025 und Mai 2025 auf etwa gleichbleibendem Niveau. Die Basis fĂŒr das ruhige Fahrwasser boten dabei vor allem eine gewisse Entspannung an den AnleihemĂ€rkten nach dem Peak Anfang MĂ€rz 2025 sowie die rĂŒcklĂ€ufige Inflation. Diese lag laut dem statistischen Amt der EuropĂ€ischen Union, Eurostat, im Mai 2025 vorlĂ€ufig bei 2,1 Prozent in Deutschland und bei 1,9 Prozent im Euro-WĂ€hrungsraum.

Wie sensibel das Zinsumfeld allerdings auf handelspolitische Vorkommnisse reagiert, zeigte Ende Mai 2025 eine erneute Zoll-Eskapade von Donald Trump. Seine AnkĂŒndigung, Waren aus der EU ab dem 1. Juni 2025 mit Zöllen in Höhe von 50 Prozent zu belegen, sorgte wiederholt fĂŒr Unruhe an den FinanzmĂ€rkten. Folglich suchten Investoren nach sicheren Anlagen und die Nachfrage nach Anleihen stieg. Da sich die Baufinanzierungszinsen vor allem an der Rendite der 10-jĂ€hrigen Bundesanleihe orientieren, hatte dies auch Auswirkungen auf die Bauzinsen. Diese waren nach Trumps AnkĂŒndigung zunĂ€chst leicht gefallen, nach der anschlieĂend mit der EU ausgehandelten FristverlĂ€ngerung bis zum 9. Juli 2025 dann wieder etwas gestiegen und die Bauzinsen zogen entsprechend nach.
Aussichten der Bauzinsen liegen im Prognosekorridor
Mit Blick auf die kommenden Wochen gehen die Zinsexperten davon aus, dass sich das moderate Zinsniveau halten wird. Kurz- bis mittelfristig rechnen sie fĂŒr eine 10-jĂ€hrige Zinsbindung mit einem Zinssatz zwischen 3,25 und 3,5 Prozent. NatĂŒrlich kann es â abhĂ€ngig von der Nachrichtenlage â auch zu AusschlĂ€gen in beide Richtungen kommen. Bauzinsen von unter drei Prozent halten die Zinsexperten jedoch kurzfristig weiterhin fĂŒr unwahrscheinlich. Dass sich die Zinsen wohl auch weiterhin in dem von Fachleuten prognostizierten Korridor bewegen werden, beruht vor allem auf zweierlei: Zum einen sind mögliche weitere Zinssenkungen der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) bereits einkalkuliert und zum anderen hat der Immobilienmarkt zwar etwas angezogen, ist jedoch weit von einer Ăberhitzung entfernt.
Spannend bleibt dagegen, wie sich die US-Handelspolitik zukĂŒnftig auf die FinanzmĂ€rkte auswirken wird. Auf dem Börsenparkett hat sich die Meinung durchgesetzt, dass der amerikanische PrĂ€sident vor allem an Deals interessiert sei. Das fĂŒhrt zu etwas mehr Gelassenheit der Marktteilnehmer und folglich dazu, dass sie auf Trumps Zollpoker nicht mehr ganz so stark reagieren wie am Anfang. Gelassenheit empfehlen die Zinsexperten auch Immobilieninteressierten: Es gibt fĂŒr die Banken in den nĂ€chsten Wochen keinen Grund, die Bauzinsen spĂŒrbar zu verĂ€ndern. Wer also sein Wunschobjekt gefunden hat, kann in Ruhe seine Baufinanzierung zum Vertragsabschluss fĂŒhren.
Die Konjunktur steht im Fokus der EZB
Die Zentralbanker der EZB schauen derzeit besonders kritisch auf die Zollstreitigkeiten und die ZerwĂŒrfnisse in internationalen BĂŒndnissen, denn schlieĂlich könnte sich beides negativ auf die FinanzstabilitĂ€t und das Wirtschaftswachstum im Euro-WĂ€hrungsraum auswirken. Vor allem jedoch orientieren sich die WĂ€hrungshĂŒter an aktuellen Konjunktur- und Inflationsdaten. WĂ€hrend die Teuerungsrate in den vergangenen Monaten rĂŒcklĂ€ufig war, lĂ€sst ein spĂŒrbares Anziehen der Wirtschaft weiterhin auf sich warten.
Momentan legt die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) ihren Fokus deutlich auf die konjunkturelle Erholung Europas, so die Feststellung der Experten. Es sind weitere geldpolitische Impulse notwendig, um das Wirtschaftswachstum nachhaltig anzukurbeln. Die Zinsexperten rechneten demzufolge mit einer erneuten Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte, was dann auch von der EZB so umgesetzt wurde. Damit hat die Euro-Notenbank innerhalb eines Jahres zum achten Mal den Einlagenzins gesenkt. Der Leitzins im Euro-Raum ist nun auf zwei Prozent fallen â der niedrigste Wert seit Dezember 2022.
Baufinanzierungszinsen im Juni 2025 im Vergleich zum Vormonat
FĂŒr Immobilienfinanzierer stellt der Juni leider weniger gute Nachrichten zur VerfĂŒgung, denn die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen ging leicht nach oben. Nach dem starken RĂŒckgang der Baufinanzierungskonditionen im Vormonat, ist dieser Trend wieder umgeschlagen und es gibt wieder leicht steigende Zinskonditionen. Die Sollzinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 5 Jahren sind dabei auf 3,25 Prozent (Vormonat: 3,22 Prozent) nach unten gegangen. Sie liegen damit nur noch leicht ĂŒber den Zinsen fĂŒr Kredite mit einer Zinsbindung von 10 Jahren, die mit 3,33 Prozent (Vormonat: 3,27 Prozent) auch wieder nach unten gingen.
Die Zinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 15 Jahren gingen auch dem Gesamttrend folgend leicht nach oben und liegen nun bei 3,62 Prozent (Vormonat: 3,55 Prozent). Die Baudarlehen mit einer Zinsbindung von 20 Jahren konnten sich dem allgemeinen AufwĂ€rtstrend gegenĂŒber dem Vormonatsniveau entkoppeln und liegen aktuell weiter bei einem Zinssatz von 3,70 Prozent (Vormonat: 3,70 Prozent).
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Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: seitwÀrts
mittelfristig: schwankend seitwÀrts
langfristig: schwankend seitwÀrts

Externe Quellen:
- Dr. Klein AG
Zinskommentar Juni 2025 als ePaper lesen
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