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Zinskommentar August 2025 – Keine Zinssenkung der EZB erwartet und Bauzinsen weiter in SeitwĂ€rtsbewegung

baufinanzierung marktlage

Nach der Sommerpause steht der erste Zinsentscheid der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) an und mit ihm ein Blick auf die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen in den vergangenen und zukĂŒnftigen Wochen. Die Analyse sowie eine EinschĂ€tzung zum aktuellen Stand des Immobilienmarktes und der Förderlandschaft sehen Experten weiter eher in einer SeitwĂ€rtsbewegung.

Moderate SeitwÀrtsbewegung der Bauzinsen im Prognosekorridor

Der Sommer sorgt bei den Baufinanzierungszinsen ein seichtes Auf und Ab: FĂŒr eine 10-jĂ€hrige Zinsfestschreibung bewegten sich die Zinsen seit Anfang Juli in einem Korridor von zirka fĂŒnfzehn Basispunkten seitwĂ€rts mit einem sehr geringen AufwĂ€rtstrend. Damit liegen sie nach wie vor in dem Anfang des Jahres von Zinsexperten prognostizierten Korridor von drei bis 3,5 Prozent.

Bauzinsentwicklung ĂŒber die fĂŒnf Jahre

UrsĂ€chlich fĂŒr diese hohe StabilitĂ€t ist laut der Experten ein Zinsumfeld, das wenig Überraschendes bereithĂ€lt: Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) ĂŒbt derzeit weder stimulierenden noch bremsenden Einfluss auf die europĂ€ische Wirtschaft aus. Zudem haben sich Konjunktur und Inflation in den vergangenen Wochen weitgehend im Einklang mit den EZB-Prognosen entwickelt, wenngleich die Wirtschaftsdaten fĂŒr die Eurozone im zweiten Quartal 2025 sogar etwas besser ausfielen als erwartet wurde.

Rendite der Bundesanleihen und Inflation gestiegen, keine Leitzinserhöhung erwartet

Als die Bundesregierung im FrĂŒhjahr 2025 ihr Schuldenpaket ankĂŒndigte, stiegen die Renditen der 10-jĂ€hrigen Bundesanleihen. Dies geschah in der Erwartung, dass so viele neue Schulden nur mit höheren Nominalzinsen bei den Bundesanleihen zu realisieren seien. Wir haben in der ersten JahreshĂ€lfte 2025 neu herausgegebene 10-jĂ€hrige Bundesanleihen mit einem Nominalzins von 2,5 Prozent gehabt, seit Juli muss der Bund 2,6 Prozent nominal gewĂ€hren. Diese leichte Verschiebung nach oben haben wir in den vergangenen Wochen auch bei den Bauzinsen gesehen.

Die Konjunkturaussichten sind nach wie vor verhalten und das dĂŒrften auch die vierteljĂ€hrlichen Prognosen der Zentralbanker, welche die aktuellen Inflations- und Wirtschaftsdaten im Euroraum berĂŒcksichtigen, bestĂ€tigen. Die Teuerungsrate in der Eurozone und in Deutschland stiegen im August wieder leicht an: Laut Eurostat lagen sie vorlĂ€ufig bei je 2,1 Prozent. Bei einer einigermaßen robusten Wirtschaft könnte die Inflation gegebenenfalls wieder mehr in den Fokus der EZB rĂŒcken.

Dies muss nicht heute sein, aber möglicherweise in den nĂ€chsten sechs bis zwölf Monaten. Aktuell kann man jedoch davon ausgehen, dass es im September 2025 keinen weiteren Zinsschritt geben wird. Die derzeitigen Leitzinsen wirken auf die Konjunktur neutral. Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) hĂ€lt sich zudem auf diese Weise einen Spielraum offen, um fĂŒr potenzielle politische Schocks, auf die sie dann möglicherweise reagieren mĂŒsste.

Ein stabiler Immobilienmarkt, aber unzureichende Förderungen

Auch auf dem Immobilienmarkt ist es vergleichsweise ruhig. Das Angebotsvolumen hat zuletzt etwas nachgelassen, das heißt, derzeit sind Angebot und Nachfrage in etwa gleich auf. Damit ist die Zeit, in der wir einen KĂ€ufermarkt hatten, zunĂ€chst vorbei, so die Feststellung von Experten. FĂŒr die kommenden Monate wird mit moderaten Preissteigerungen von ungefĂ€hr einem Prozent kalkuliert. NatĂŒrlich kann das Plus in besonders beliebten Lagen höher ausfallen, anderswo wird es dafĂŒr möglicherweise noch weitere Preissenkungen geben.

GrundsĂ€tzlich gilt momentan, dass der Zeitpunkt zum Kauf einer Immobilie gut ist: Zinsen und Kaufpreise sind auf moderatem Niveau, und die Löhne sind vielerorts gestiegen. Unzureichend ist laut den Fachleuten jedoch nach wie vor die Förderung von privatem Wohneigentum: Wir haben in Deutschland einen Förderdschungel, der unĂŒbersichtlich ist und teilweise am Bedarf vorbeigeht. Hinzukommt, dass in der Vergangenheit oftmals wenig Konstanz vorhanden war – die Fördertöpfe waren zu schnell leer und standen damit nicht allen Kaufenden gleichermaßen zur VerfĂŒgung.

Die neue Bundesregierung hatte eine BĂŒndelung der heutigen KfW Förderlandschaft in die beiden Bereiche Neubau und Modernisierung angekĂŒndigt. Auch ein einfacherer Zugang zur Erstimmobilie wurde avisiert. FĂŒr beides gibt es bislang jedoch weder Konkretisierungen noch ZeitplĂ€ne, bemĂ€ngeln Fachleute und ergĂ€nzen: Wir brauchen Förderungen, die einfach, klar strukturiert und nachhaltig sind – und fĂŒr jeden leicht zugĂ€nglich. Deshalb ist die Bundesregierung hier am Zug.

Baufinanzierungszinsen im August 2025 im Vergleich zum Vormonat

FĂŒr Immobilienfinanzierer stellt der August keine guten Nachrichten zur VerfĂŒgung, denn die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen ging wieder nach oben. Nach dem leichten Anstieg der Baufinanzierungskonditionen im Vormonat, ist dieser Trend weiter in Takt und es gibt wieder leicht steigende Zinskonditionen. Die Sollzinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 5 Jahren sind dabei auf 3,42 Prozent (Vormonat: 3,32 Prozent) nach oben gegangen. Sie liegen damit nur noch leicht ĂŒber den Zinsen fĂŒr Kredite mit einer Zinsbindung von 10 Jahren, die mit 3,46 Prozent (Vormonat: 3,31 Prozent) auch wieder leicht nach unten gingen.

Die Zinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 15 Jahren gingen auch dem Gesamttrend folgend stĂ€rker nach oben und liegen nun bei 3,77 Prozent (Vormonat: 3,58 Prozent). Die Baudarlehen mit einer Zinsbindung von 20 Jahren konnten sich dem allgemeinen AufwĂ€rtstrend gegenĂŒber dem Vormonatsniveau nicht entziehen und liegen aktuell nun bei einem Zinssatz von 3,90 Prozent (Vormonat: 3,79 Prozent).

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Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: steigend
mittelfristig: schwankend seitwÀrts
langfristig: schwankend seitwÀrts

Entwicklung Leitzins, 10-jĂ€hrige Bundesanleihe und Inflation der letzten fĂŒnf Jahre

Externe Quellen:

  • Dr. Klein AG

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