Finanzplanung-Lexikon – Fachbegriffe rund ums Thema private Finanzplanung

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Hier im Finanzplanungslexikon finden Sie verständliche Erklärungen zu den wichtigsten Stichworten rund um die private Finanzplanung – von A wie Abschichtung bis Z wie Zinsänderungsrisiko. Durch Anklicken des Anfangsbuchstabens gelangen Sie zu den alphabetisch sortierten Begriffen.

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Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe A

Abschichtung
Die Abschichtung ist ein Begriff aus dem Erbrecht und bezeichnet eine Möglichkeit einer Erbin oder eines Erben, um aus einer Erbengemeinschaft auszuscheiden. Dies kann durch eine Auseinandersetzungsvereinbarung, Erbteilübertragung, Abfindung oder Ausscheiden aus der Erbengemeinschaft erfolgen.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe B

Bankenaufsicht
Die Bankenaufsicht ist die staatliche Überwachung von Kreditinstituten, um ein stabiles Finanzsystem zu gewährleisten und Einleger zu schützen. Sie prüft Banken auf ausreichende Eigenkapitalausstattung, Risikomanagement und die Einhaltung von Gesetzen. In Deutschland arbeiten BaFin und Bundesbank eng zusammen, während große Banken direkt von der EZB (SSM) beaufsichtigt werden.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe C

Cashflow
Der Cashflow (Geldfluss) ist eine zentrale betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Nettozufluss oder -abfluss liquider Mittel innerhalb eines Zeitraums darstellt. Er zeigt als Differenz von Ein- und Auszahlungen die tatsächliche Finanzkraft und Liquidität eines Unternehmens. Ein positiver Cashflow bedeutet, dass mehr Geld zu- als abfließt, was Finanzstabilität signalisiert.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe D

Dauerauftrag
Ein Dauerauftrag ist eine automatisierte Banküberweisung für wiederkehrende Zahlungen in konstanter Höhe an denselben Empfänger. Der Kontoinhaber beauftragt seine Bank einmalig, z. B. monatlich Miete oder Abos zu festen Terminen zu überweisen. Er bietet volle Kontrolle über den Zahlungszeitpunkt und kann jederzeit online geändert oder gelöscht werden.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe E

Eigenkapital
Eigenkapital ist der Teil des Vermögens eines Unternehmens oder einer Privatperson, der nach Abzug aller Schulden verbleibt. Es gehört den Eigentümern selbst, steht unbefristet zur Verfügung und muss nicht zurückgezahlt werden. Es dient als Finanzierungsbasis, Polster gegen Verluste und zur Erhöhung der Kreditwürdigkeit.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe F 

Finanzplan
Ein privater Finanzplan ist ein strukturiertes Dokument, das Einnahmen, Ausgaben, Vermögenswerte, Schulden und Versicherungen einer Person oder eines Haushalts auflistet. Er dient der Analyse der aktuellen finanziellen Situation, Kontrolle der Liquidität und langfristigen Ausrichtung auf Ziele wie Altersvorsorge oder Vermögensaufbau.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe G

Garantiezins
Der Garantiezins (offiziell Höchstrechnungszins) ist die garantierte Mindestverzinsung auf den Sparanteil bei klassischen Lebens- und Rentenversicherungen. Er wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt, gilt für die gesamte Vertragslaufzeit und sichert dem Kunden eine unveränderliche Verzinsung zu.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe H

Helikoptergeld
Helikoptergeld bezeichnet eine unkonventionelle geldpolitische Maßnahme, bei der Zentralbanken direkt neu geschaffenes Geld an Bürger oder den Staat verteilen, um den Konsum zu steigern und die Wirtschaft in schweren Krisen anzukurbeln. Es ist eine direkte Finanzspritze, oft ohne Rückzahlungsverpflichtung, um Inflation und Nachfrage zu erhöhen.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe I

Index (Börse)
Ein Börsenindex (Plural: Indizes) ist ein statistischer Messwert, der die Wertentwicklung einer Auswahl von Wertpapieren – wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen – abbildet. Er dient als Barometer für die Performance eines gesamten Marktes, einer Branche oder Region.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe J

Junk Bonds
Junk Bonds (auch Schrottanleihen, Ramschanleihen oder High-Yield Bonds) sind festverzinsliche Wertpapiere mit geringer Bonität (niedrigem Rating, meist BB+ oder schlechter). Sie bieten hohe Zinsen, um das signifikante Risiko eines Zahlungsausfalls oder Totalverlusts für Anleger auszugleichen.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe K

Kartenprüfnummer
Die Kartenprüfnummer (auch CVC, CVV oder CID) ist ein 3- bis 4-stelliger Sicherheitscode auf Kredit- und Debitkarten, der hauptsächlich bei Online-Zahlungen zur Betrugsprävention dient. Sie ist meist auf der Rückseite im Unterschriftenfeld aufgedruckt und beweist, dass die Karte physisch vorliegt.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe L

Large Caps
Large Caps (Large Capitalization) sind Aktien von Großunternehmen mit einer hohen Börsenkapitalisierung, typischerweise über 10 Milliarden US-Dollar. Sie gelten als Marktführer, sind oft global tätig und bieten Stabilität, weshalb sie häufig als „Blue-Chip-Aktien“ bezeichnet werden.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe M

Magisches Viereck
Das Magische Viereck ist ein zentrales Konzept der Wirtschaftspolitik, das vier gleichrangige Hauptziele umfasst: Preisstabilität, hoher Beschäftigungsgrad, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und angemessenes Wirtschaftswachstum. Es ist „magisch“, da es oft unmöglich ist, alle Ziele gleichzeitig perfekt zu erreichen, was zu Zielkonflikten führt.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe N 

Nachgelagerte Besteuerung
Die nachgelagerte Besteuerung ist ein steuerliches Prinzip, bei dem Beiträge zur Altersvorsorge in der Erwerbsphase (Ansparphase) steuerfrei gestellt werden, während die späteren Rentenzahlungen in der Auszahlungsphase (Leistungsphase) versteuert werden. Dies betrifft vor allem die gesetzliche Rente, Rürup-Renten und die betriebliche Altersversorgung, um Steuerbelastungen in den Ruhestand zu verlagern.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe O

Öffentliches Testament
Ein öffentliches Testament (auch notarielles Testament) wird durch einen Notar beurkundet, indem der Erblasser seinen letzten Willen mündlich erklärt oder ein Schriftstück übergibt. Es bietet hohe Rechtssicherheit durch Beratung und amtliche Verwahrung, was oft einen Erbschein ersetzt. Synonyme sind notarielles Testament oder notariell beurkundetes Testament.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe P

Parentelsystem
Das Parentelsystem (vom lateinischen parentes = Eltern) regelt im deutschen Erbrecht die gesetzliche Erbfolge, indem es Verwandte basierend auf ihrer Abstammung in Ordnungen (Stämme) einteilt. Verwandte einer näheren Ordnung (niedrigere Zahl) schließen entferntere Ordnungen komplett aus.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe Q

Quantitative Lockerung
Quantitative Lockerung (Quantitative Easing, QE) ist ein unkonventionelles geldpolitisches Instrument, bei dem Zentralbanken (wie EZB oder Fed) in großem Umfang Wertpapiere, meist Staatsanleihen, von Geschäftsbanken kaufen. Dadurch wird die Geldmenge erhöht, die Liquidität im Finanzsystem gesteigert, Zinsen gesenkt und die Kreditvergabe zur Ankurbelung der Wirtschaft angeregt.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe R

Ratingagentur
Ratingagenturen sind private Unternehmen, die die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Staaten, Unternehmen und Finanzprodukten bewerten. Sie analysieren das Risiko eines Zahlungsausfalls und veröffentlichen Ratings (Noten), die Anlegern als Entscheidungsgrundlage dienen.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe S

Schuldverschreibung
Eine Schuldverschreibung (auch Anleihe, Rentenpapier oder Obligation) ist ein Wertpapier, das ein Forderungsrecht verbrieft. Ein Kreditnehmer (Staat, Unternehmen) beschafft sich damit Fremdkapital, während der Käufer (Gläubiger) einen Anspruch auf Rückzahlung des Nennwerts sowie feste oder variable Zinsen erhält. Sie sind meist börsengehandelt und befristet.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe T

Teileigentum
Teileigentum ist das Sondereigentum an Räumen, die nicht zu Wohnzwecken dienen, wie etwa Büros, Praxen, Läden oder Lager. Es ist stets mit einem Miteigentumsanteil am gemeinschaftlichen Eigentum verbunden. Der Nutzungszweck wird in der Teilungserklärung festgelegt.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe U

Übertrag (Bankwesen)
Ein Übertrag ist die direkte Verschiebung von Geldmitteln zwischen zwei Konten, die auf denselben Namen lauten, oft innerhalb desselben Kreditinstituts (z. B. vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto). Im Gegensatz zur Überweisung ist ein Übertrag meist sofort verfügbar und erfolgt bargeldlos. Er dient der internen Umbuchung.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe V

Valuta
Valuta (auch Wertstellung oder Valutadatum) bezeichnet im Bankwesen das Datum, an dem eine Buchung (Gutschrift oder Lastschrift) auf einem Konto zinswirksam wird. Es bestimmt, ab wann Geld verfügbar ist und Zinsen berechnet werden, was vom eigentlichen Buchungsdatum abweichen kann. Zudem wird der Begriff synonym für ausländische Währungen verwendet.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe W

Widerinkraftsetzung
Wiederinkraftsetzung bezeichnet die Reaktivierung eines zuvor ruhend gestellten, gekündigten oder beitragsfrei geschalteten Versicherungsvertrages zu den ursprünglichen Konditionen. Sie ermöglicht es, den Versicherungsschutz ohne Abschluss eines komplett neuen Vertrags fortzuführen, oft nach Zahlung rückständiger Beiträge, erfordert jedoch häufig eine erneute Gesundheitsprüfung.

Wertpapierkennnummer
Die Wertpapierkennnummer (WKN) ist ein sechsstelliger alphanumerischer Code (Zahlen und Buchstaben), der in Deutschland zur eindeutigen Identifizierung von Finanzinstrumenten wie Aktien, Anleihen oder Fonds dient. Sie verhindert Verwechslungen beim Handel und in der Depotverwaltung. Obwohl die internationale ISIN dominanter ist, bleibt die WKN im deutschen Markt ein zentrales, praktisches Erkennungsmerkmal.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe X

Xetra
Xetra (Exchange Electronic Trading) ist das führende elektronische Handelssystem der Deutschen Börse AG für den Kassamarkt an der Frankfurter Wertpapierbörse. Es ist der bedeutendste Handelsplatz für deutsche Aktien und europäischer Marktführer bei ETFs. Das System zeichnet sich durch hohe Liquidität, Transparenz, schnelle, automatisierte Orderausführung und enge Spreads aus.

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe Y

Yankee Bond (Yankee-Anleihe)
Ein Yankee Bond ist eine von einem nicht-amerikanischen Unternehmen oder einer ausländischen Regierung in den USA ausgegebene Anleihe, die auf US-Dollar lautet. Sie ermöglicht ausländischen Emittenten den Zugang zu amerikanischem Kapital und unterliegt der strengen Regulierung der SEC (Securities and Exchange Commission).

Finanzplanung-Lexikon – Anfangsbuchstabe Z

Zinsänderungsrisiko
Das Zinsänderungsrisiko ist die Gefahr, dass sich Marktzinsänderungen negativ auf den Wert von Finanzanlagen oder die Kosten von Krediten auswirken. Steigen die Zinsen, fallen Kurse festverzinslicher Wertpapiere, während Kredite mit variabler Verzinsung oder Anschlussfinanzierungen teurer werden. Es ist ein zentrales Risiko für Anleger und Kreditnehmer.