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Zinskommentar September 2025 – EZB nimmt wie von den FinanzmĂ€rkten erwartet keine Zinssenkung vor

baufinanzierung marktlage

Der erste Zinsentscheid der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) nach der Sommerpause stand an und mit ihm ein Blick auf die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen in den vergangenen und zukĂŒnftigen Wochen. Die EZB hat die Leitzinsen unverĂ€ndert belassen. Dies war keine Überraschung, dafĂŒr aber interessant, welche EinschĂ€tzung Christine Lagarde zur Inflation gab. Dass der Desinflationsprozess im Euroraum vorbei sei, ist ein vergleichsweise starkes Signal, dass sich die Datenlage schon deutlich verĂ€ndern mĂŒsse, wenn es noch eine Zinssenkung geben soll.

Letztlich will die EZB die MÀrkte darauf einstimmen, dass das aktuelle Zinsniveau bis auf Weiteres angemessen ist. Eine Analyse sowie eine EinschÀtzung zum aktuellen Stand des Immobilienmarktes und der Förderlandschaft soll nachfolgend auch betrachtet werden.

Moderate SeitwÀrtsbewegung im September 2025

Der Sommer bescherte den Baufinanzierungszinsen ein seichtes Auf und Ab: FĂŒr eine 10-jĂ€hrige Finanzierung bewegten sich die Zinsen seit Anfang Juli 2025 in einem Korridor von zirka fĂŒnfzehn Basispunkten seitwĂ€rts mit einem sehr geringen AufwĂ€rtstrend. Damit liegen sie nach wie vor in dem Anfang des Jahres von Zinsexperten prognostizierten Bereich von drei bis 3,5 Prozent.

Bauzinsentwicklung ĂŒber die fĂŒnf Jahre

UrsĂ€chlich fĂŒr diese hohe StabilitĂ€t ist laut Fachleuten ein Zinsumfeld, das wenig Überraschendes bereithĂ€lt: Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) ĂŒbt derzeit weder stimulierenden noch bremsenden Einfluss auf die europĂ€ische Wirtschaft aus. Zudem haben sich Konjunktur und Inflation in den vergangenen Wochen weitgehend im Einklang mit den EZB-Prognosen entwickelt, auch wenn die Wirtschaftsdaten fĂŒr die Eurozone im zweiten Quartal 2025 sogar etwas besser ausfielen als erwartet wurde.

Rendite der Bundesanleihen und Inflation gestiegen

Als die Bundesregierung im FrĂŒhjahr 2025 ihr Schuldenpaket ankĂŒndigte, stiegen die Renditen der 10-jĂ€hrigen Bundesanleihen. Dies geschah in der Erwartung, dass so viele neue Schulden nur mit höheren Nominalzinsen bei den Bundesanleihen zu realisieren seien. Wir haben in der ersten JahreshĂ€lfte neu herausgegebene 10-jĂ€hrige Bundesanleihen mit einem Nominalzins von 2,5 Prozent gehabt, seit Juli 2025 muss der Bund 2,6 Prozent nominal gewĂ€hren. Diese leichte Verschiebung nach oben konnte man auch in den vergangenen Wochen bei den Baufinanzierungszinsen feststellen.

Die Konjunkturaussichten sind nach wie vor verhalten und dies dĂŒrften auch die vierteljĂ€hrlichen Prognosen der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) bestĂ€tigen. Denn die EZB muss die aktuellen Inflations- und Wirtschaftsdaten im Euroraum berĂŒcksichtigen. Die Teuerungsraten in der Eurozone und in Deutschland stiegen im August 2025 wieder leicht an: Laut Eurostat lagen sie vorlĂ€ufig bei je 2,1 Prozent. Bei einigermaßen robuster Wirtschaft könnte die Inflation gegebenenfalls wieder mehr in den Fokus der EZB rĂŒcken.

Dies muss nicht heute sein, aber möglicherweise in den nĂ€chsten sechs bis zwölf Monaten, so die Zinsexperten. Deshalb gingen die Zinsexperten aktuell davon aus, dass im September 2025 kein weiterer Zinsschritt erfolgen wird. Dies war dann ja auch die das Ergebnis der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB), denn die derzeitigen Leitzinsen wirken auf die Konjunktur neutral. Zudem hĂ€lt sich die EZB auf diese Weise einen Spielraum offen fĂŒr potenzielle politische Schocks, auf die sie dann möglicherweise reagieren mĂŒsste.

Weiter stabiler Immobilienmarkt und unzureichende Förderungen

Auch auf dem Immobilienmarkt ist es vergleichsweise ruhig. Das Angebotsvolumen hat zuletzt etwas
nachgelassen, was heißt, dass derzeit Angebot und Nachfrage in etwa gleich auf sind. Damit ist die Zeit, in der wir einen KĂ€ufermarkt hatten, zunĂ€chst vorbei. Fachleute rechnen fĂŒr die kommenden Monate mit moderaten Preissteigerungen von ungefĂ€hr einem Prozent. NatĂŒrlich kann das Plus in besonders beliebten Lagen höher ausfallen, anderswo wird es dafĂŒr möglicherweise noch weitere Preissenkungen geben.

GrundsĂ€tzlich gilt momentan, dass der Zeitpunkt zum Kauf einer Immobilie gut ist: Zinsen und Kaufpreise sind auf moderatem Niveau, und die Löhne sind vielerorts gestiegen. Unzureichend ist laut den Fachleuten jedoch nach wie vor die Förderung von privatem Wohneigentum: In Deutschland haben wir einen Förderdschungel, der unĂŒbersichtlich ist und teilweise am Bedarf vorbeigeht. Hinzukommt, dass in der Vergangenheit oftmals wenig Konstanz vorhanden war. So waren die Fördertöpfe hĂ€ufig zu schnell leer und standen damit nicht allen ImmobilienkĂ€ufern gleichermaßen zur VerfĂŒgung.

Die neue Bundesregierung hatte eine BĂŒndelung der heutigen KfW-Förderlandschaft in die beiden Bereiche Neubau und Modernisierung angekĂŒndigt. Auch ein einfacherer Zugang zur Erstimmobilie wurde avisiert. FĂŒr beides gibt es bislang jedoch weder Konkretisierungen noch ZeitplĂ€ne, bemĂ€ngeln die Fachleute und ergĂ€nzen: Wir brauchen Förderungen, die einfach, klar strukturiert und nachhaltig sind und fĂŒr jeden leicht zugĂ€nglich. Die neue Bundesregierung ist am Zug, hier sinnvolle Lösungen zu liefern.

Baufinanzierungszinsen im September 2025 im Vergleich zum Vormonat

FĂŒr Immobilienfinanzierer stellt der September wieder gute Nachrichten zur VerfĂŒgung, denn die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen ging nicht weiter nach oben. Nach dem leichten Anstieg der Baufinanzierungskonditionen im Vormonat, ist dieser Trend nicht mehr in Takt und es gibt wieder leicht fallende, bzw. gleich bleibende Zinskonditionen. Die Sollzinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 5 Jahren sind dabei auf 3,38 Prozent (Vormonat: 3,42 Prozent) nach unten gegangen. Sie liegen damit nun wieder stĂ€rker ĂŒber den Zinsen fĂŒr Kredite mit einer Zinsbindung von 10 Jahren, die mit 3,45 Prozent (Vormonat: 3,46 Prozent) auch wieder leicht nach unten gingen.

Die Zinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 15 Jahren blieben dem Gesamttrend nicht folgend gleich und liegen nun weiter bei 3,77 Prozent (Vormonat: 3,77 Prozent). Die Baudarlehen mit einer Zinsbindung von 20 Jahren konnten sich dem allgemeinen AbwĂ€rtstrend gegenĂŒber dem Vormonatsniveau nicht anschließen und liegen aktuell weiterhin bei einem Zinssatz von 3,90 Prozent (Vormonat: 3,90 Prozent).

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Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: seitwÀrts
mittelfristig: schwankend seitwÀrts
langfristig: schwankend seitwÀrts

Entwicklung Leitzins, 10-jĂ€hrige Bundesanleihe und Inflation der letzten fĂŒnf Jahre

Externe Quellen:

  • Dr. Klein AG

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