Blog Geldanlage-Quartalsbericht

Geldanlagen im 4. Quartal 2025 – US-Zollpolitik aus dem Fokus und Geopolitik bleibt im Fokus

Kursschwankungen

Die US-Zollpolitik verschwand im Laufe des 4. Quartals 2025 aus dem Fokus der FinanzmĂ€rkte, da die USA keine nennenswerten weiteren Eskalationen betrieben. Die Wirtschaft stellte sich auf die durch die USA forcierten VerĂ€nderungen zu Gunsten der USA ein. Die Spaltung der Welt zwischen dem Westen und dem Globalen SĂŒden bleibt bestehen. Entsprechend ergeben sich fĂŒr das Potentialwachstum der Weltwirtschaft daraus Belastungen. Die aktuelle Ruhe ist kein Garant fĂŒr einen stabilen Status Quo, da die USA dieses Instrument nach Belieben zum Erreichen ihrer geopolitischen Ziele einsetzen.

Das 4. Quartal 2025 war gekennzeichnet von geopolitischen Verwerfungen, aber auch Hoffnungswerten

Die Geopolitik blieb und bleibt in der Gesamtheit ein Belastungsfaktor fĂŒr die Realwirtschaft und die FinanzmĂ€rkte. Im 4. Quartal ergaben sich Hoffnungswerte auf eine Befriedung des Ukraine-Kriegs. Die USA waren und sind erkennbar engagiert, durch die Kunst der Diplomatie den Konflikt zu beenden. Die EU und NATO verweigern sich fortgesetzt der Kunst der Diplomatie und wĂ€hlen den Weg der Verweigerung des GesprĂ€chs. Diese Verweigerung kann als ein Untergraben der US-Friedensinitiativen gewertet werden.

Der Gaza-Konflikt wabert trotz des angenommenen US-Friedensplans weiter

Die Weltgemeinschaft ignoriert weit ĂŒberwiegend die Verletzungen des US-Friedensplans. Das Bild vor Ort bleibt fragil. Ein neuer Hotspot tat sich mit Venezuela auf. Die USA gehen gegen das Land militĂ€risch vor. Auch im Jemen spitzte sich die Lage zum Ende des Quartals zu. Der Taiwan-Konflikt war in der Wahrnehmung in Medien, in Politik und an den FinanzmĂ€rkten weniger prĂ€sent, bleibt aber ein Risiko.

Als Konsequenz dieser Gemengelage konnte die nicht korrelierte Anlageklasse der Edelmetalle im 4. Quartal 2025 deutlich reĂŒssieren. Silber lieferte einem Anstieg auf USD-Basis um 53,41 Prozent, wĂ€hrend Gold um 11,92 Prozent zulegte. Dagegen verlor Bitcoin, ebenfalls eine nicht korrelierte Anlage markant um 23,34 Prozent. Diese Divergenzen sind beachtlich. Silber profitiert einerseits von dem verstĂ€rkten industriellen Verbrauch durch KI und Robotik. Entscheidender hinsichtlich der Preisbewegung waren Probleme/Sorgen ob der BelieferungsfĂ€higkeit der Kontrakte an den US-MĂ€rkten.

Auch die Tatsache, dass der Globale SĂŒden eine Verrechnungseinheit (ansatzweise vergleichbar mit dem ECU) zur Umgehung der Nutzung des USD plant, die von Rohstoffen, insbesondere Edelmetalle unterlegt wird, impliziert dauerhaft eine solide Nachfrage nach Edelmetallen seitens LĂ€nder des Globalen SĂŒdens. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen erhöhte der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) die globale Wachstumsprognose im World Economic Outlook per Oktober 2025 fĂŒr das Jahr 2025 von bisher 3,0 Prozent auf 3,2 Prozent. FĂŒr die IndustrielĂ€nder wurde die Prognose per 2025 um 0,1 Prozent auf 1,6 Prozent hochgesetzt, fĂŒr den Globalen SĂŒden lag die Revision bei 0,1 Prozent auf 4,2 Prozent.

Innerhalb der Industrienationen wurde die BIP-Prognose fĂŒr die USA um 0,1 Prozent auf jetzt 2,0 Prozent erhöht. FĂŒr die Eurozone ging es um 0,2 Prozent auf 1,2 Prozent nach oben. Die deutsche BIP-Prognose erfuhr eine Anpassung um 0,1 Prozent auf jetzt 0,2 Prozent Wachstum per 2025. Unter den bedeutenden LĂ€ndern nimmt Deutschland bezĂŒglich des Wachstums den letzten Rang ein.

Die IWF-Prognosen per 2026 waren gegenĂŒber der Prognose im Juli wenig verĂ€ndert

Das Welt-BIP soll um 3,1 Prozent zulegen. WĂ€hrend Industrienationen ein BIP-Wachstum von erneut 1,6 Prozent erreichen sollen, werde das BIP-Wachstum des Globalen SĂŒdens sich auf 4,0 Prozent stellen. Unter Zugrundelegung der aktuellen Einkaufsmanagerindices (Sentiment-Indikatoren, FrĂŒhindikatoren, Scheidewert zwischen Wachstum und Kontraktion 50 Punkte) als Bewertungsmaßstab ergibt sich in der westlichen Welt zum Ende des 4. Quartals 2025 ein positives Gesamtbild.

Die USA fĂŒhren im gesamtwirtschaftlichen Zuschnitt (Composite Index) bezĂŒglich der westlichen Industrienationen oder Industrieregionen mit 53,0 ZĂ€hlern vor dem UK mit 52,1 ZĂ€hlern, der Eurozone mit 51,9 ZĂ€hlern und Japan mit 51,5 Punkten. Unter den bedeutenden Wirtschaftsnationen der Welt rangiert Indien weiter auf dem ersten Rang mit 58,9 Punkten. Chinas Composite Index stellte sich auf 50,7 ZĂ€hler.

Die Inflationsentwicklungen lieferten im 4. Quartal 2025 weltweit ein ĂŒberwiegend entspannteres Bild. Im Quartalsvergleich sank der Ölpreis (Brent) von 66,08 USD auf 61,74 USD. Bei den Erdgaspreisen ergab sich in Europa ein RĂŒckgang um gut 10 Prozent im Quartalsvergleich, in den USA dagegen ein Anstieg um rund 12 Prozent. Bei Industriemetallen dominierten steigende Preise. Kupferpreise legten im Quartalsvergleich auf USD-Basis um 16,9 Prozent zu. Bei Nickel lag das Plus auf USD-Basis bei rund 9,6 Prozent. Bei Aluminium kam es auf USD-Basis zu einem Anstieg in Höhe von circa 11,7 Prozent.

InflationsrĂŒckgang in der Euro-Zone besser als in den USA

In der Eurozone ergab sich bei den Verbraucherpreisen seit September ausgehend von 2,2 Prozent ein RĂŒckgang auf 2,1 Prozent per November. In den USA kam es in diesem Zeitraum zu einem RĂŒckgang von 2,9 Prozent auf 2,7 Prozent und in Großbritannien zu einer Reduktion von 3,8 Prozent auf 3,2 Prozent. In Japan verharrte der Verbraucherpreisanstieg in diesem Zeitfenster bei 2,9 Prozent. Im 4. Quartal 2025 stellte sich bei den Verbraucherpreisen in China im Verlauf ausgehend von -0,3 Prozent im September ein Anstieg auf 0,7 Prozent per November 2025 ein. In Indien, das grundsĂ€tzlich von höheren Inflationsraten geprĂ€gt war, sank der Anstieg der Verbraucherpreise von 1,54 Prozent per September auf 0,71 Prozent per November 2025.

Das 4. Quartal 2025 war bezĂŒglich der Zentralbankpolitik gekennzeichnet von zwei Zinssenkungen in den USA um jeweils um 0,25 Prozent auf 3,625 Prozent. Die britische Notenbank reduzierte den Leitzins einmalig um 0,25Prozent auf aktuell 3,75 Prozent. Die EZB pausierte im 4. Quartal in ihrem Zinssenkungszyklus (Anlagezins 2,00 Prozent). Japans Notenbank erhöhte den Leitzins von 0,50 Prozent auf 0,75 Prozent. In China wurden die ZinssĂ€tze fĂŒr die „Loan Prime Rates“ unverĂ€ndert belassen (1-jĂ€hrige Kredite 3,00 Prozent, 5-jĂ€hrige Kredite 3,50 Prozent).

Entwicklung der Inflation im Quartalsverlauf

Fazit zum 4. Quartal 2025

Die Weltwirtschaft verliert wegen der geopolitischen Krisenherde und der disruptivem US-Zoll- als auch Standortpolitik, aber auch wegen mangelnder Reformbereitschaft in Frankreich und Deutschland PotentialwachstumskrĂ€fte, hĂ€lt aber aktuell ein Wachstumstempo real oberhalb der 3 Prozent Marke. Die KonjunkturverlĂ€ufe zwischen den WirtschaftsrĂ€umen des Westens und des Globalen SĂŒdens blieben und bleiben pro Globalem SĂŒden ausgerichtet, wie die Anpassungen der IWF-Prognosen im Oktober belegten.

WĂ€hrend sich der „Globale SĂŒden“ untereinander weiter globalisiert und organisiert, Effizienzen erhöht und Wachstumspotentiale generiert, lĂ€uft der „Westen“, allen voran Europa, das Risiko durch Abgrenzungspolitik und zusĂ€tzlich durch die Akzeptanz des „US-Zolldiktats“ und Verweigerung ĂŒberfĂ€lliger Reformen unterproportional zu wachsen. Die erwarteten Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik sind nicht eingetreten. Das moderate Inflationsbild erlaubt fortgesetzt Zinssenkungen der US-Notenbank, da die USA derzeit einen positiven Realzins (Leitzins abzĂŒglich des Verbraucherpreisanstiegs) von +0,925 Prozent ausweisen (Eurozone -0,10 Prozent).

Die Perspektive: Geopolitische Risiken bleiben, Wirtschaft weiter zuversichtlich

Die von den USA ausgehenden geopolitischen und wirtschaftlichen Turbulenzen werden sich grundsĂ€tzlich auf die globale WirtschaftsaktivitĂ€t weiter belastend auswirken. Ein nachhaltiger Lastwechsel in Richtung verstĂ€rkten globalen Wachstums ist vor dem aktuell verfĂŒgbaren Nachrichten- und Datenhintergrund unwahrscheinlich, auch wenn sich die globale Wirtschaft resilient, erkennbar an harten Daten, und zuversichtlich, erkennbar an Sentiment-Indikatoren, zeigt.

Weitere von den USA ausgehende Turbulenzen sind im Rahmen der gewollten Disruption zur Neugestaltung des Welt-Organigramms zu Gunsten von US-Interessen latent möglich. Der Angriff der USA auf Venezuela liefert zum Jahresbeginn 2026 einen Vorgeschmack. Ob die FriedensbemĂŒhungen der USA in der Ukraine-Krise erfolgreich sein werden, ist vor dem Hintergrund der Opposition der EU und der Nato offen. Das Risiko einer Eskalation des Konflikts mit der Möglichkeit einer geografischen Ausweitung ist weiter gegeben mit entsprechend belastenden Folgen fĂŒr Real- und Finanzwirtschaft. Eine möglich erscheinende Friedenslösung im Gaza-Konflikt kann ein Aufheller der Stimmung werden, sofern die Verletzungen der Vereinbarungen ein Ende finden.

Im 1. Quartal 2026 werden das derzeitig milde globale Inflationsszenario und das daraus resultierende Potential fĂŒr US-Zinssenkungen entlastend wirken. Zudem werden im Jahresverlauf Basiseffekte bezĂŒglich der Inflation aus den US-Zollerhöhungen (exogene EinflĂŒsse) rĂŒcklĂ€ufig sein. Auf der Rohstoffseite drohen andererseits erhöhte Inflationsimpulse, da der globale Wettbewerb um Energieressourcen und Energieproduktion (Kraftwerke) ob des Wandels der Ökonomien hin zu mehr KI und Robotik markant erweiterte EnergiemĂ€ntel erfordert.

Die US-Politik unter PrÀsident Trump zeigte und zeigt in der US-Wirtschaft Wirkung

Durch die Reformen, die das Leistungspotential der Ökonomie erhöhen, wirken sich die US-Disruptionen zu Gunsten der US-Wirtschaft aus. In den ersten 11 Monaten seiner PrĂ€sidentschaft erhielt Trump Investitions- und GeschĂ€ftszusagen in der GrĂ¶ĂŸenordnung von rund 7 Billionen USD. Das ist eine historisch einmalige GrĂ¶ĂŸe. Die US-Wirtschaft ist und bleibt der Profiteur der „US-Wirtschaftskriege“.

Das US-Wachstum per 3. Quartal 2025 stellte sich in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung auf 4,3 Prozent nach zuvor 3,8 Prozent per 2. Quartal 2025. Marktauguren, die gar von Rezession in den USA fabulierten, wurden vollstĂ€ndig auf dem falschen Fuß erwischt. Die Industrieproduktion stieg im Jahresvergleich per Oktober um 2,16 Prozent und per November um 2,52 Prozent. Die EinzelhandelsumsĂ€tze verzeichneten in den letzten drei Monaten im Jahresvergleich solide Zuwachsraten.

Die lange Zeit in Rezession befindliche US-Immobilienwirtschaft zeigt mit den Zinssenkungen Anzeichen einer zarten Erholung. Der NAHB Housing Market Index markierte per Dezember 2025 mit 39 Punkten den höchsten Indexstand seit April 2025. Trumps massive Erfolge, Investitionen in die USA zu leiten, spielen auf kurze Sicht eine untergeordnete Rolle, sie haben mittel- und langfristig positiven Charakter. Unterschwellig unterstĂŒtzend wirken in den USA die Themen Energieversorgungssicherheit und insbesondere im Vergleich zu Europa gĂŒnstige Energiepreise. Die USA werden auch im vierten Quartal 2025 (GDP Now Fed Atlanta Prognose 3,0 Prozent trotz „Shutdown“) und im ersten Quartal 2026 mit Abstand der „Outperformer“ unter den westlichen Nationen sein.

Deutschland und Frankreich entwickeln sich zu ProblemfÀllen

Deutschland und Frankreich waren mangels umfassender Reformpolitik im 4. Quartal 2025 Belastungsfaktoren in der Eurozone. In Frankreich spitzt sich die Lage zu. Nothaushalte begleiten Frankreich in das neue Jahr. Das Thema Unregierbarkeit ist real. Damit steht eine Fortsetzung der verfehlten PolitikansĂ€tze an. Die deutsche Regierung bewegt sich zwischen WortbrĂŒchen und ReformankĂŒndigungen, ohne bisher ausreichend belastbare Inhalte zu produzieren, und hat laut Meinungsumfragen das Vertrauen der Bevölkerung, aber auch großer Teile der Wirtschaft verloren. Die ehemaligen ProblemlĂ€nder, allen voran Spanien und Griechenland, sind dank der Reformen die Stabilisatoren der Eurozone. Ihre Kraft und ihr Einfluss reichen jedoch nicht aus, das Blatt der Eurozone zum Guten zu wenden.

Das Risiko, dass Deutschland und Frankreich die EU und Eurozone im relativen Vergleich zu anderen WirtschaftsrĂ€umen im 1. Quartal 2026 weiter nach unten ziehen, nimmt zu. Fehlende KonkurrenzfĂ€higkeit der beiden KernlĂ€nder bei den Rahmendaten wird durch die US-Reform- und Zollpolitik, jĂŒngst aber auch durch das UK durch Hinwendung zur Atomkraft und starke US-Investitionen in Zukunftsindustrien, weiter zunehmen. Kontinentaleuropa (ex Schweiz) wird Verlierer innerhalb des Westens bleiben. Zudem ist Kontinentaleuropa bei Ausweitung des Ukraine-Konflikts potentielles „Theatre of war“.

Indien liefert unverÀndert in Asien die stÀrksten DatensÀtze

Das US-Zollregime gegen Indien zeigt bisher nur geringe Wirkung. Indien geht auch im 1. Quartal 2026 Wege im eigenen Interesse. Die wirtschaftsfreundliche Grundausrichtung der Regierung Chinas stabilisiert den regionalen Ausblick im Hinblick auf die exogenen Herausforderungen. Weitere Zinssenkungen zur stÀrkeren Stimulanz sind im Hinblick auf den hohen positiven Realzins jederzeit möglich.

Die Daten Chinas sollten vor diesem Hintergrund weiter von StabilitĂ€t mit positivem Grundton geprĂ€gt sein. Die in die Zukunft gerichteten Wirtschaftsdaten deuten in Richtung einer soliden Dynamik der Weltkonjunktur. Der von JP Morgan fĂŒr die Weltwirtschaft ermittelte Einkaufsmanagerindex fĂŒr die Gesamtwirtschaft (Global Composite PMI) signalisierte per November 2025 mit 52,7 Punkten einen hohen Indexwert Der Dienstleistungssektor trug dazu wesentlich bei.

JP Morgan - ermittelter Einkaufsmanagerindex fĂŒr die Gesamtweltwirtschaft (Global Composite PMI)

Einkaufsmanagerindex – Unterschiedliche Entwicklungen in den Weltregionen

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) signalisiert in dem Sektor des Verarbeitenden Gewerbes fĂŒr die USA mit 51,8 Punkten (S&P Index) Expansion. Dagegen implizieren die PMIs fĂŒr die Eurozone mit 48,8 Punkten (Deutschland 47,0), fĂŒr Japan mit 49,7 ZĂ€hlern Kontraktion. Der PMI des UK impliziert mit 50,6 ZĂ€hlern Wachstum. Die aktuell verfĂŒgbaren Werte der LĂ€nder des Globalen SĂŒdens fĂŒr diesen Sektor belegen fĂŒr Indien mit 55,0 ZĂ€hlern starke Expansion (Industrieproduktion +6,7 Prozent) und fĂŒr China mit 50,1 Punkten (Industrieproduktion +4,8 Prozent) moderates Wachstum. Russland verzeichnete mit 48,1 ZĂ€hlern (Industrieproduktion -0,7 Prozent) Kontraktion. Gleiches gilt fĂŒr Brasilien mit 47,6 Punkten (Industrieproduktion -0,5 Prozent).

Der Dienstleistungssektor bewegte sich im 4. Quartal 2025 laut Einkaufsmanagerindices in einer Gesamtbetrachtung (Ausnahmen USA, Japan, Indien) im erhöhten Wachstumsmodus und sorgte fĂŒr die gute Performance der Einkaufsmanagerindices bezĂŒglich der Gesamtwirtschaft (Composite Indices).

Einkaufsmanagerindices des Dienstleistungssektors im Vergleich

Der Dienstleistungssektor ist der bedeutendste Sektor der Gesamtwirtschaft

Mit einem Anteil zwischen 60 Prozent-70 Prozent der Gesamtwirtschaft ist der bedeutendste Sektor. Dieser Sektor war im 4. Quartal 2025 der entscheidende Katalysator des Wachstums. Das wird sich im 1. Quartal 2026 fortsetzen. Die vollzogenen Zinssenkungen als auch die Erwartung weiterer US-Zinssenkungen liefern fĂŒr die Verstetigung der WirtschaftsaktivitĂ€t grundsĂ€tzlich UnterstĂŒtzung. Neben den damit einhergehenden reduzierten Finanzierungskosten am Geldmarkt (bis zu 12 Monaten) ergibt sich eine psychologische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Wirtschaftsakteure durch die Zinssenkungen.

Die im 4. Quartal 2025 verfĂŒgten Leitzinssenkung seitens der Federal Reserve (insgesamt 0,50 Prozent) hatte keine Traktion am Rentenmarkt. Dagegen kam es zu einem RenditerĂŒckgang im UK nahezu analog zur Leitzinssenkung (0,23 Prozent, 4,47 Prozent nach 4,70 Prozent). Die Rendite der 10-jĂ€hrigen Bundesanleihe stieg im Quartalsvergleich von 2,72 Prozent auf aktuell 2,86 Prozent. Die Rendite bewegt sich auf den höchsten Niveaus seit 2011.

Dagegen kam es im gestressten Frankreich (Staatsdefizit) nur zu einem leichten Anstieg um 0,02 Prozent auf 3,56 Prozent. Auch hier ist das höchste Renditeniveau seit 2011 zu verzeichnen. Kritischer war es in Japan. Trotz der Zinserhöhung um 0,25 Prozent auf 0,75 Prozent, die auch das Ziel hatte, Zuversicht am Kapitalmarkt zu schĂŒren, ergab sich ein Renditeanstieg von 1,65 Prozent auf 2,08 Prozent. In den USA kam es im Quartalsvergleich zu einem Anstieg um 0,03 Prozent auf 4,18 Prozent.

Nach vorne schauend werden bezĂŒglich der Renditen heterogene Entwicklungen dominieren, die das inflationĂ€re Bild, die Staatsdefizitsituation, die ReformfĂ€higkeit und das konjunkturelle Erwartungsbild spiegeln. DiesbezĂŒglich (Defizite, Wachstum, Reformmangel) sieht es insbesondere fĂŒr die RentenmĂ€rkte in Deutschland und Frankreich perspektivisch kritisch aus. Der Industrierohstoffsektor hatte auf die Weltwirtschaft und die WeltfinanzmĂ€rkte ultimativ keine belastenden Auswirkungen. Ölpreise gaben signifikant nach, Gaspreise waren in Europa rĂŒcklĂ€ufig, dagegen legten sie in den USA zu.

Die Industriemetallpreise nahmen partiell deutlich zu

Dagegen ergaben sich im Sektor Agrarrohstoffe bei Weizen (-0,2 Prozent), Kaffee (-7,0 Prozent), Orangensaft (-15,7 Prozent), Zucker (-6,8 Prozent) und Kakao (-10,1 Prozent) im Quartalsvergleich zum Teil deutliche PreisrĂŒckgĂ€nge. BezĂŒglich der Entwicklungen im 1. Quartal 2026 ist SensibilitĂ€t ob der Energiepreise angemessen, da in drei Hotspots der Förderung (Ukraine/Russland, Naher Osten, Venezuela) geopolitische InstabilitĂ€t dominiert. Die Entwicklung der Weltwirtschaft hĂ€ngt an der internationalen Politik (Zoll- und Geopolitik), aber auch an den Notenbanken bezĂŒglich der Zinspolitik. Entspannung bei diesen Themen eröffnet der Weltwirtschaft und den FinanzmĂ€rkten positives Potential.

Die Spreizung bezĂŒglich der potentiellen Konjunkturentwicklungen zwischen den Industrienationen und den SchwellenlĂ€ndern setzt sich 2026 fort. Das Gewicht des Globalen SĂŒdens nimmt zu, das Gewicht des Westens ab.

Innerhalb der Gruppe der Industrienationen lĂ€uft Kontinentaleuropa ein hohes Risiko fortgesetzt an Boden zu verlieren. Die Spreizung der Konjunkturentwicklungen innerhalb der Eurozone zu Lasten Deutschlands wird ohne massive Umsteuerung in Berlin nicht abnehmen. Frankreich ist gefordert, erscheint aber politisch gelĂ€hmt. Die Vorzeichen fĂŒr die Eurozone und die EU waren und bleiben kritisch.

Der Finanzmarkt und die Wirtschaft – Teilweise starke Neubewertungen

An den FinanzmĂ€rkten ergaben sich im Herbstquartal 2025 teilweise starke Neubewertungen. Die stabile bis leicht freundliche globale Konjunkturlage war neben den Zinssenkungen der Federal Reserve und der Bank of England als auch dem Verzicht der USA, die Zollkonflikte weiter zu eskalieren, wesentlich verantwortlich fĂŒr die ĂŒberwiegend freundliche Performance der AktienmĂ€rkte ex China und Hongkong. Die geopolitischen Herausforderungen und/oder Eskalationen stellten neben dem „US-Shutdown“ im 4. Quartal 2025 nur kurzfristige Belastungen fĂŒr die AktienmĂ€rkte dar.

Am Rentenmarkt waren die Reaktionen ob der Risikocluster nachhaltiger. Hier ergaben sich heterogene Entwicklungen. Bemerkenswert waren die Bewertungen der nicht korrelierten Anlageklassen Gold und Silber. Sie legten markant zu, allen voran Silber. Dagegen stand Bitcoin unter starkem Abgabedruck.

AktienmĂ€rkte: AktienmĂ€rkte weiter ĂŒberwiegend freundlich im Quartalsverlauf Q4-2025

Das Herbstquartal war an den AktienmĂ€rkten weit ĂŒberwiegend von einer positiven Grundtendenz geprĂ€gt. Der MSCI-World Index konnte im Quartalsvergleich um 2,86 Prozent zulegen. Der DAX stieg um 2,55 Prozent und der EuroStoxx 50 legte um 4,70 Prozent zu. US-MĂ€rkte gewannen an Boden. So verzeichnete der S&P 500 ein Plus in Höhe von 2,38 Prozent. Tech-Werte waren gefragt. Der US-Tech 100 stieg um 3,20 Prozent. Treiber des Anstiegs waren die MĂ€rkte in Japan (+12,39 Prozent) und Indien (+6,17 Prozent). Nach der starken Performance im Vorquartal standen die MĂ€rkte in China (-0,23 Prozent nach zuvor +17,9 Prozent) und Hongkong (-4,65 Prozent nach zuvor +11,56 Prozent) unter Abgabedruck.

Vergleich der AktienmÀrkte im Quartalsverlauf

Im 4. Quartal 2025 wirkten unterschiedliche Katalysatoren auf die AktienmĂ€rkte. GrundsĂ€tzlich unterstĂŒtzte eine Hinwendung der Marktakteure zu Sachwerten, zu denen Aktien gehören. Die stabile bis freundliche Konjunkturlage lieferte keinen Gegenwind. Ebenso generierten Unternehmensdaten keine nachhaltigen negativen Überraschungen. Das gilt insbesondere fĂŒr den KI-Sektor, der zwischenzeitlich wegen Bewertungssorgen unter Druck stand. BefĂŒrchtungen starker Inflationsimpulse durch die US-Zollpolitik bestĂ€tigten sich im Quartalsverlauf fortgesetzt nicht. Der Zinssenkungszyklus in den USA wirkte unterstĂŒtzend. Zum Quartalsende notierten die westlichen AktienmĂ€rkte in Schlagdistanz zu den historischen Höchstmarken.

FĂŒr das Winterquartal liegt der Fokus der MĂ€rkte auf Geopolitik, auf Entwicklungen in der US-Zoll- und Sanktionspolitik, auf Unternehmensdaten als auch auf der US-Zinspolitik. Die Voraussetzungen fĂŒr weiter stabile bis freundliche MĂ€rkte ist grundsĂ€tzlich gegeben.

RentenmÀrkte: Individuelle Renditebewegungen im Quartalsverlauf Q4-2025

Die RentenmĂ€rkte lieferten im 4. Quartal 2025 keine einheitliche Linie. Immer stĂ€rker bestimmen divergente Entwicklungen bei den Themen Staatsdefizite, Konjunkturlagen, Strukturlagen und voraussichtliche Inflationsszenarien die Bewertung an den RentenmĂ€rkten. WĂ€hrend in den USA im Quartalsvergleich ein zarter Renditeanstieg (0,03 Prozent) verzeichnet wurde, kam es in der Eurozone zu Zinsversteifungen (Deutschland +0,14 Prozent, Frankreich +0,02 Prozent). Im UK ergab sich ein nennenswerter RenditerĂŒckgang (-0,23 Prozent). Japans MĂ€rkte standen unter deutlichem Druck Rendite (+0,43 Prozent). In China wurde eine SeitwĂ€rtsbewegung verzeichnet.

Zur Einwertung hilft ein Blick auf den Jahresverlauf der Renditeentwicklungen

In den USA lag die Bandbreite der Renditen zwischen 4,76 Prozent und 3,99 Prozent. Ergo bewegt sich die Rendite derzeit mit 4,18 Prozent im unteren Viertel der Bandbreite. In Deutschland stellte sich die Bandbreite auf 2,35 Prozent – 2,89 Prozent. Aktuell bewegt sich die Rendite mit 2,86 Prozent nahe dem Jahreshöchstniveau und den höchsten Niveaus seit 2011. In Frankreich sieht es Ă€hnlich aus. Die Bandbreite lag bei 3,06 Prozent – 3,61 Prozent, zum Jahresschluss bei 3,56 Prozent, ebenfalls auf den höchsten Niveaus seit 11 Jahren.

Im UK stellte sich die Bandbreite auf 4,39 Prozent bis 4,84 Prozent. Mit 4,47 Prozent lag die Rendite zum Jahresschluss im unteren Sektor. Japans Bandbreite der Renditen lag zwischen 1,10 Prozent – 2,08 Prozent und schloss am Jahreshoch. Japans Politik jetzt mit neuen fremdfinanzierten Wirtschaftsprogrammen wird an den KapitalmĂ€rkten bei einer Staatsverschuldung in Höhe von rund 230 Prozent des BIP nicht mit Zuversicht begleitet. Die ReformunfĂ€higkeit Frankreichs und Deutschlands hat die höchsten Renditeniveaus seit 14 Jahren zur Folge. Im UK wird der Schulterschluss der USA und des UK in den Feldern der Zukunftstechnologien (Volumen circa 300 Mrd. USD) und der Ausweitung des britischen Energiemantels (Atomenergie) goutiert.

BezĂŒglich der USA hat sich die Bewertung im Jahresverlauf zu Gunsten der US-KapitalmĂ€rkte gewandelt. Hintergrund sind starke Wachstumszahlen, rĂŒcklĂ€ufige Handelsbilanzdefizite und erste zarte AnsĂ€tze einer Reduktion der Staatsverschuldung. Mit den verbesserten Rahmendaten in den USA und den sich verschlechternden Rahmendaten fĂŒr die Eurozone sollte sich das Vertrauen in die US-KapitalmĂ€rkte fortsetzen. Japan, Deutschland und Frankreich waren zuletzt die Risikokandidaten und werden es ohne Neuausrichtungen bleiben.

Vergleich der Rendite-Entwicklungen an den RentenmÀrkten

DevisenmÀrkte: EurostÀrke bemerkenswert, Gold und Silber stehlen die Show im Quartalsverlauf Q4-2025

Der Euro konnte im 4. Quartal 2025 weitgehend die vorherige StĂ€rke gegenĂŒber dem USD verteidigen und sogar gegenĂŒber dem JPY ausbauen. Hinsichtlich der unterproportionalen Performance der europĂ€ischen RentenmĂ€rkte gegenĂŒber den USA als auch der Tatsache, dass ProduktionskapazitĂ€ten aus der Eurozone in die USA verlagert werden, stellt sich die Frage, welche Kapitalströme zu dieser Euro-Performance fĂŒhren. Das gilt umso mehr, als dass sich die geowirtschaftlichen Bedingungen durch die US-Zollpolitik fĂŒr die Eurozone markant verschlechterten und die LeistungsertĂŒchtigung der USA, messbar an den starken und unerwarteten Wachstumsdaten, bemerkenswert war und ist. GegenĂŒber dem GBP und CHF kam es zu insignifikanten RĂŒckgĂ€ngen.

Silber und Gold waren im 4. Quartal 2025 die klaren Gewinner als faktische „WĂ€hrungen ohne Fehl und Tadel“. Der Zerfall des globalen Organigramms und die US-Abkehr vom rechtsbasierten System erhöhte markant die AttraktivitĂ€t dieser korrelierten Anlageklassen. Jede weitere Eskalation seitens der USA in Geopolitik (aktuell Venezuela), bei widerrechtlichen Sanktionen oder in der rechtsbefreiten Zollpolitik (nicht WTO-konform) erhöht die AttraktivitĂ€t der Edelmetalle.

Bitcoin war im 4. Quartal 2025 der große Verlierer. Bitcoin ist keine „Quasi-WĂ€hrung“, sondern als Krypto-Anlage eine Anlageklasse. Krypto-Anlagen spielen bei der Verrechnungseinheit des Globalen SĂŒdens, die Ende 2026 oder 2027 kommen wird, soweit bekannt eine untergeordnete Rolle.

DevisenmÀrkten im Quartalsverlauf

Fazit fĂŒr die DevisenmĂ€rkte im vierten Quartal 2025

Die StĂ€rke und Resilienz des Euros stach im 4. Quartal 2025 hervor und verdient sich den Begriff „bemerkenswert“. Belastende Daten und Fakten perlten weiter ohne Wirkung ab. Die Performance von Gold und Silber belegten die Nachfrage nach nicht korrelierten Anlagen mit Versicherungscharakter und historisch positiven Trackrecord in Krisenzeiten.

wichtiger Hinweis:
Dieser Bericht dient ausschließlich zu Informationszwecken und die Angaben wurden mit Sorgfalt zusammengestellt. Die Informationen sind unverbindlich und stellen weder eine Anlageempfehlung oder sonstige Beratung, ein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen kein persönliches BeratungsgesprĂ€ch. Eine Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen VerhĂ€ltnisse und BedĂŒrfnisse des Anlegers. Die dargestellten Informationen, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der MarkteinschĂ€tzung zum Zeitpunkt der Erstellung. FĂŒr die Richtigkeit, VollstĂ€ndigkeit und AktualitĂ€t der Daten sowie das Eintreten von Prognosen wird keine Haftung ĂŒbernommen. Die frĂŒhere Wertentwicklung ist kein verlĂ€sslicher Indikator fĂŒr die kĂŒnftige Wertentwicklung.

Externe Quellen:

  • Netfonds AG

Geldanlagen im vierten Quartal 2025 als ePaper lesen

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