Die US-Notenbanker haben erwartungsgemÀà den wiederholten Forderungen Donald Trumps nach baldigen Zinssenkungen widerstanden. Die US-Notenbank hat beschlossen, ihr Tagesgeldzielband unverĂ€ndert bei 4,25 Prozent – 4,50 Prozent zu belassen. Ein Einknicken gegenĂŒber dem US-PrĂ€sidenten â zumal ohne eine glasklare ökonomische Indikation in Richtung geldpolitischer Lockerung â wĂŒrde die UnabhĂ€ngigkeit der Fed in der Wahrnehmung vieler Marktakteure beschĂ€digen. Es ist die dritte Sitzung ohne ZinsĂ€nderung in Folge.
Die Fed hob die makroökonomische Unsicherheit in Verbindung mit der Zollpolitik der US-Regierung noch stĂ€rker hervor als im MĂ€rz 2025. Eine solche glasklare Indikation liegt derzeit weder angesichts der jĂŒngsten unerwartet robusten Arbeitsmarktdaten vor. Noch lĂ€sst der bald drohende Inflationsschub Spielraum fĂŒr schnelle Zinssenkungen. Ob sich der Nebel der Unsicherheit in absehbarer Zeit hinreichend lichtet, damit die WĂ€hrungshĂŒter guten Gewissens auf den Zinssenkungspfad zurĂŒckkehren können, wird von Marktexperten weiterhin fĂŒr zweifelhaft angesehen.
Selten sorgte ein Zinsentscheid der Fed fĂŒr so groĂe weltweiter Anspannung
Kein Wunder, denn einerseits hatte Donald Trump die Zinspolitik der US-WĂ€hrungshĂŒter, insbesondere Fed-PrĂ€sident Jerome Powell, zuletzt immer wieder öffentlich hart attackiert. Andererseits stehen die amerikanischen Notenbanker derzeit vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe. Denn Trump bremst mit seiner Zollpolitik die aktuell recht gut dastehende US-Wirtschaft aus und befeuert mit seinen Zöllen zugleich die Inflation im eigenen Land.

Eine Pattsituation fĂŒr die Federal Reserve System (Fed), deren Ziele gleichermaĂen GeldwertstabilitĂ€t sowie VollbeschĂ€ftigung auf dem Arbeitsmarkt sind. Letztlich brauchen die WĂ€hrungshĂŒter im gegenwĂ€rtig unsicheren Umfeld mehr Klarheit. DafĂŒr benötigen sie jede Menge Daten zur Konjunktur, zum Arbeitsmarkt und zur Entwicklung der Teuerungsrate. Zinsexperten gehen davon aus, dass die Fed in den kommenden Wochen besonders akribisch alle relevanten Parameter analysieren und weiterhin auf Sicht fahren wird.
Fed, EZB und Bauzins â alles hĂ€ngt zusammen
GrundsĂ€tzlich hat die Geldpolitik der Fed groĂe Bedeutung fĂŒr die globale Wirtschafts- und Finanzpolitik und ist oft richtungsweisend fĂŒr andere Notenbanken. Aktuell unterscheidet sich die Lage im Euroraum jedoch deutlich von der in den USA, was der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) in den vergangenen Monaten Spielraum fĂŒr Zinssenkungen gegeben hat. Vermutlich wird dies auch noch eine Zeit lang so bleiben.
Die Inflation ist in Europa auf einem guten Niveau â Sorgenkind ist hier vielmehr die wirtschaftliche Entwicklung, die zudem von den US-Zöllen weiter ausgebremst werden könnte. Um die Konjunktur anzukurbeln, brauche es laut Experten von den WĂ€hrungshĂŒtern aus Frankfurt daher weitere Impulse. Derzeit liegt die PrioritĂ€t der EZB klar auf dem Wirtschaftswachstum in Europa. Vor diesem Hintergrund rechnen Zinsexperten aktuell auch mit einer weiteren Zinssenkung im Juni 2025.
Bei den Zinsentscheiden von Fed und EZB spiele laut Fachleuten auch die KomplexitĂ€t des Wechselkurses vom Dollar zum Euro eine wichtige Rolle. Ein höherer Zinssatz in den USA im Vergleich zur Eurozone fĂŒhrt normalerweise dazu, dass Investoren vermehrt in US-Dollar investieren. Das stĂ€rkt den Dollar und schwĂ€cht den Euro. Trumps irritierende AnkĂŒndigungen haben das Vertrauen der Investoren allerdings beschĂ€digt, weshalb sich zuletzt viele Anleger vom Dollar abgewendet haben.
Die Folge fĂŒr die ZinsmĂ€rkte
In den vergangenen Wochen hat der Euro gegenĂŒber dem Dollar gut zehn Prozent zugelegt und ist aktuell auf einem Drei-Jahres-Hoch. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt, so die Schlussfolgerung Zinsexperten.
Abzuwarten bleibt auch, wie sich die vorherrschende Gemengelage in den kommenden Wochen auf die Baufinanzierungszinsen auswirken wird. Sollten auf beiden Seiten des Atlantiks Zinssenkungen erfolgen, könne dies laut Zinsexperten zu leicht rĂŒcklĂ€ufigen Bauzinsen fĂŒhren. Wichtig fĂŒr Kaufinteressierte sei jedoch, nicht auf sinkende Zinsen zu spekulieren. DafĂŒr ist die weltweite Lage aktuell zu volatil. AbhĂ€ngig von den globalen Nachrichten kann es jederzeit zu AusschlĂ€gen des Bauzinssatzes nach unten oder oben kommen. Das Fazit der Zinsexperten in der derzeitigen Situation lautet: Jetzt und auch in den kommenden Wochen ist ein guter Zeitpunkt fĂŒr die Finanzierung der eigenen Immobilie.
Baufinanzierungszinsen im Mai 2025 im Vergleich zum Vormonat
FĂŒr Immobilienfinanzierer stellt der Mai wieder gute Nachrichten zur VerfĂŒgung, die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen ging teilweise krĂ€ftig nach unten. Nach dem starken Anstieg der Baufinanzierungskonditionen im Vormonat, ist dieser Trend wieder umgeschlagen und es gibt wieder singende Zinskonditionen. Die Sollzinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 5 Jahren sind dabei auf 3,22 Prozent (Vormonat: 3,54 Prozent) nach unten gegangen. Sie liegen damit nur noch leicht ĂŒber den Zinsen fĂŒr Kredite mit einer Zinsbindung von 10 Jahren, die mit 3,27 Prozent (Vormonat: 3,30 Prozent) auch wieder nach unten gingen.
Die Zinsen fĂŒr Darlehen mit einer Zinsbindung von 15 Jahren gingen gegen den Gesamttrend leicht nach oben und liegen nun bei 3,55 Prozent (Vormonat: 3,53 Prozent). Die Baudarlehen mit einer Zinsbindung von 20 Jahren konnten sich dem allgemeinen AbwĂ€rtstrend gegenĂŒber dem Vormonatsniveau anschlieĂen und sie liegen aktuell bei einem Zinssatz von 3,70 Prozent (Vormonat: 3,76 Prozent).
Nutzen Sie meine Forward-Strategie, um bei MarktverÀnderungen schnell reagieren zu können. Die Forward-Darlehen-Strategie
Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: fallend
mittelfristig: schwankend seitwÀrts
langfristig: schwankend seitwÀrts

Externe Quellen:
- Dr. Klein AG
Zinskommentar Mai 2025 als ePaper lesen
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